Marcus Nispel, der filmische Wiederkäuer aus Frankfurt, versucht sich nach einigen mehr oder minder erfolgreichen Remakes an einer eigenen Story, welche jedoch ebenfalls arg zusammengeklaut ist und sich primär an Grundlagen von "Der Exorzist" und "Tanz der Teufel" orientiert.
Die seit den 1970ern verwaiste Nervenheilanstalt für Kinder sollte unter der Leitung des Gemeindepfarrers wieder ein wenig in Stand gebracht werden, doch ein paar Jugendliche um Patrick und Reign nutzen die Räumlichkeiten für eine ausufernde Party. Als die letzten Feiergäste eine Seance austesten, beschwören sie damit etwas Dämonisches herauf...
Sonderlich innovativ fällt die Geschichte wahrlich nicht aus, zumal die dünnen Figurenzeichnungen unter einigen Klischees leiden und aus der Konstellation der Feiernden nur vage Sympathieträger hervorgehen. Da ist es mal gut, dass nach zwanzig Minuten Einleitung merklich an der Temposchraube gedreht wird.
Immerhin schürt der treffend gewählte Schauplatz eine leicht morbide Grundstimmung und trotz der Aneinanderreihung verschiedener Genre-Versatzstücke kommt es zu ein paar absurden Situationen, wie die Anwendung einer Exorzismus-APP oder schwarzhumorigen Gewalteinlagen, welche im letzten Drittel mit Fleischwunden, geteilten Gesichtern und der Zweckentfremdung einer Kartusche ihren blutigen Höhepunkt erfahren.
Überdies unterhalten die teils dämlichen Verhaltensweisen einiger Figuren, obgleich das Drehbuch es bestimmt nicht in allen Fällen beabsichtigte. Auf unkonventionelle Art sollen zwei tödliche Unfälle vertuscht werden, Weihwasser wird im Drogenrausch als nicht allzu vollmundig empfunden und wenn der Exorzismus schon nicht funktioniert, kann das unwissende Kollektiv noch ein Hexenbrett benutzen, wodurch der Besessenheitszustand die Runde macht.
Die finale Wendung ist indes über weite Teile absehbar, verschafft dem Showdown jedoch ein wenig Abwechslung und ein paar blutige Einlagen mehr, während auch das gelungene Make-up nicht gänzlich unerwähnt bleiben sollte.
Darstellerisch geht die Vorstellung der meisten Beteiligten in Ordnung, markante Erscheinungen mischen allerdings nicht mit und auch der Score vermag keine Akzente zu setzen.
Vielleicht kann Nispel einfach nicht mehr als zu kopieren. Das gestaltet er optisch überwiegend ansprechend und handwerklich ist demnach wenig auszusetzen, doch storytechnisch kommt kaum Kreativität zum Vorschein.
Schwarzer Humor innerhalb diverser Versatzstücke wirkt sich zwar positiv auf den Unterhaltungswert aus, zündende Pointen bleiben im Gesamtbild hingegen Mangelware.
87 Minuten mit fast durchweg flottem Erzählfluss und ein paar ansehnlichen Gewalteinlagen, jedoch nur mäßiger Spannung.
5,5 von 10