Am Anfang war es Regan MacNeil, Jahre später folgten Anneliese M., Emma Evans und Emily Rose: Sie alle waren vom Teufel besessen, welcher mehr oder minder erfolgreich durch einen finalen Exorzismus ausgetrieben wurde. In dem von Regisseur Seth Grossman als Mockumentary ausgerichteten Streifen kommt es erst gar nicht zur richtigen Teufelsaustreibung.
Ein Reporterteam um Jason begleitet die sechzehnjährige Carson (Lara Vosburgh) beim Entzug in einer Klinik. Carson gab immer wieder an, sich zu betäuben, damit das Böse in ihr nicht die Oberhand gewinne, was von ihrem Umfeld jedoch als Unsinn abgetan wird. Doch in der Klinik machen sich erste Zweifel breit…
Zumindest was den Stil einer fiktiven Dokumentation angeht, macht Grossman im ersten Drittel vieles richtig. Die Eltern werden interviewt, es gibt Standfotos mit wesentlichen Stationen, kleine Privataufnahmen in merklich schwächerer Bildqualität und improvisiert wirkende Aussagen mit Korrekturvorschlägen der Reporter. In der Klinik angekommen, geraten die Sequenzen jedoch zusehends fahriger, kapitelartig und beinahe willkürlich aneinandergereiht.
Vor allem aber dauert es recht lange, bis überhaupt mal ein Anzeichen von Besessenheit aufblitzt. In diesen Belangen offenbart sich die Einfallslosigkeit des Drehbuches vollends, denn über zwei Sätze in einer fremden Sprache und einer verzerrten Fratze im Spiegel kommen die Effekte kaum hinaus. So sehr sich Vosburgh in der Rolle der Besessenen auch müht verschiedene Facetten zu zeigen und mithilfe des soliden Make-ups einen wahrlich fertigen Eindruck macht, - der Aspekt des Paranormalen bleibt weitgehend außen vor.
Erst im letzten Drittel kommt nach einer erneuten Befragung der besten Freundin etwas Bewegung ins Spiel, das Finale wird immerhin recht konsequent beendet, doch das kaschiert die weitgehend müde Gangart unterm Strich auch nicht mehr.
Folgerichtig kommt zu selten Spannung auf, von atmosphärischen Spitzen ganz zu schweigen und auch die Kameraarbeit ist für Found Footage zu glatt ausgefallen. Es gibt viele Momente, in denen genau zur richtigen Zeit und im optimalen Blickwinkel gefilmt wird, zudem sind insgesamt zu viele Kameras im Spiel, mal abgesehen von einigen Überwachungskameras und einem wenig aussagekräftigen Videotagebuch.
Nein, das war nichts mit der Besessenheit einer gewissen Carson Morris. Kaum Effekte, kaum Konfrontationen, wenig Blutvergießen und ein zu hektisch abgehandelter Showdown lassen diesen Exorzismusfall rasch in Vergessenheit geraten.
3,5 von 10