Review

Bevor sich David Worth („True Vengeance“, „Honor“) Ende der Achtziger als feste Größe im B-Action-Business etablierte, führte ihn ein sehr frühes Engagement auch nach Italien. Die einschlägigen Erfahrungen, die er während der Produktion von „Warrior of the Lost World“ machte, dürften auch dazu geführt haben, dass er sich danach nie wieder nach Europa verirrte und von da an seine Karriere in Amerika in Angriff nahm. Die Legende erzählt, dass man ihm bei seiner Ankunft in Italien anstatt eines Drehbuchs lediglich ein Poster vorlegte, dass dem Film entsprechen soll. Ah ja...

Nun waren auch für diesen italienischen Science-Fiction-Trash die Mittel mal wieder äußerst knapp bemessen, das hastig mit der heißen Nadel gesponnene Drehbuch standesgemäß einfallslos um ein Fleddern erfolgversprechender Ideen bemüht und die Darsteller eher unterster Kajüte, wenn man mal von Donald Pleasence („Halloween“, „Prince of Darkness“) absieht. Der Brite spielt hier den Diktator Prossor, der mal eben alles unterjocht hat und mit seiner Omega-Force die Welt beherrscht, wobei die scheinbar nur aus seiner Basis besteht. Die Anlehnungen an das NS-Regime sind in einigen Szenen offensichtlich, zumal die verfremdete Symbolik nur zu deutlich darauf hinweist und dem aufmerksamen Zuschauer nicht entgehen wird, dass hier tatsächlich mehrmals Statisten in Original-SS-Uniformen durch das Bild stapfen.

Diejenigen, die sich nicht unterdrücken lassen wollen, sind einfach geflohen und hausen nun in den Bergen. Dort wacht eine eigenartige Priester-Sekte mit Superheilkräften auf sie. Gemeinsam warten sie darauf, dass endlich ein lonesome Guy auftaucht, der Prossor zu Fall bringt. Ihrem Anführer Professor McWayne (Harrison Muller Sr.) wird das ewige Warten aber irgendwann zu bunt und so marschiert er allein zu Prossor, der ihn prompt einlocht. Gut, dass mit Josh McBride (Robert Ginty, „Exterminator 2“, „Lady Dragon“) prompt der passende Retter auf seinem sprechenden Motorrad Einstein daherkommt, um den Professor zu befreien...

Trotz der wideren Umstände gibt sich David Worth Mühe und versucht das Beste aus dem niedrigen Budget herauszuholen. Die bei „Mad Max“ und Co. Zusammengeklaute Story verläuft zwar äußerst simpel und steckt voller Logiklöcher (Warum würfelt McBride erst einen bunten Haufen Outlaws zusammen, anstatt sich die Rebellen aus den Bergen als Verstärkung zu holen?), ein paar skurrile Einfälle und solide Actionszenen machen diese Defizite soweit aber wieder wett. Das sprechende Motorrad nervt mit seinem dummen Kommentaren aber schon ein ums andere Mal und der blöde Plottwist zum Schluss hätte auch nicht sein müssen.

Dafür stimmt das Flair des Films, was auch an der ziemlich gut ausgestatteten Basis von Prossor liegt, der überall seine schwarzen Schergen rumlaufen hat. Außerhalb dieser Festung hätte zwar alles etwas öder ausfallen dürfen, die Kulissen geraten allerdings soweit stimmig. Die Fahrzeuge sehen mit ihren angeschweißten Teilen wenigstens einigermaßen futuristisch aus, wobei auch dort das Budget ein Problem gewesen sein dürfte.
Die Actionszenen setzen sich meist aus längeren Verfolgungsjagden zusammen, denen mit Speed-Up Rasanz eingetrimmt wurde. Die Toneffekt der Gewehre und Vehikel sind mit seltsamen Sounds versehen, so dass sie wohl futuristisch klingen sollen. Neben ein paar schönen Feuerbällen wartet auf den Zuschauer unter anderem auch ein riesiger Truck mit Flammenwerfer im Schneckentempo und ausreichend Blechschaden.
Der Bodycount, besonders auf Seiten der Omega-Force ist ziemlich hoch, blutige Shootouts sind aber nur selten zu sehen. Dafür sind die Stunts etwas besser, obwohl aus den luftigen Höhen aus Kostengründen doch lieber die guten, alten Strohpuppen zu Boden segeln. Wenigstens geht es kurzfristig ordentlich rund, wenn zum Schluss Prossors Basis gestürmt wird. Seine Schergen sind einfach zu schlecht ausgebildet, als dass sie ansatzweise etwas gegen die entschlossenen Eindringlinge unternehmen könnten.

Ursprünglich als Rettungsmission gedacht, verwandelt sich Joshs Auftrag blitzschnell in eine Befreiungsaktion, die natürlich dazu führt, dass Prossor am Ende gestürzt wird und er sich in Nastasia (Persis Khambatta, „Star Trek: The Motion Picture“, „Nighthawks“), die Tochter des Professors verliebt. In einer kleinen Nebenrolle mischt übrigens auch Fred Williamson („Hammer“, „Boss Nigger“), ausnahmsweise ohne einzige Zigarre im gesamten Film, mit, hat aber keine echte Chance sich in Szene zu setzen.

Mehr Übertreibungen hätten „Warrior of the Lost World“ dann doch gut getan, zumal man beispielsweise diese zusammengewürfelten Freiheitskämpfer prima veräppeln oder das „Star Wars“ - Intro durchaus noch offensichtlicher als reine Kopie anlegen könnte. Auch einige wirklich grandiosen Dialogfetzen laden ein ums andere Mal zum Grinsen ein, hätten von der Qualität aber häufiger vorkommen müssen.
Allein die ersten Minuten, in denen unser Held mit Höchstgeschwindigkeit in eine Radarfalle der Omega-Force rast und prompt von zwei Motorrädern und einem Auto unter Beschuss genommen wird, bevor er dann versehentlich mit Karacho gegen eine Felswand rast, weisen eine Richtung, die man als Zuschauer besser nicht ernst nimmt.


Fazit:
Trash-Freunde dürften mit diesem Film also schon ihren Spaß haben, auch wenn er nicht die Maximalzahl abgefahrener Ideen serviert, die man sich normalerweise von so einem Streifen erwünscht. David Worth gibt sich genauso viel Mühe wie seine Trick- / Pyrotechniker aus den vorhandenen Mitteln das Optimum zu schöpfen. Die Darsteller fallen hingegen deutlich ab. Ich hätte mir das gesamte Szenario letztlich deutlich überzogener gewünscht und auch die Actionszenen hätten teilweise griffiger sein können, so dass letztlich nur der Durchschnitt herausspringt. Da gibt es aus Italien weitaus sehenswerteren Trash.

Details
Ähnliche Filme