Review

It's hard out here for a King


Die Version „Königreich der Affen: Frontlinien“, die ich auf Disney+ gesehen habe, ging gerade mal 45 Minuten lang und wirkte etwas zusammenstampft - ich könnte mir also vorstellen, dass es noch eine längere, 90-minütige Version da draußen gibt, die vielleicht etwas besser ist. Dennoch möchte ich kurz meinen Senf zu der von mir gesehenen Variante abgeben. Erzählt wird über Jahre aus zwei Nationalparks von einem Guerilla- und einem Schimpansenclan, bei denen jeweils die Anführer und Könige vor natürliche Herausforderungen und mögliche Nachfolger gestellt werden...

Für mich wirkt „Königreich der Affen: Frontlinien“ leider eher wie ein kurzer Infoteil in einem Zoo oder Freizeitpark als eine ausgewachsene Doku. Die Aufnahmen begleiten die beeindruckenden Primaten sichtbar jahrelang, was eine Besonderheit ist. Doch das lässt das Ganze oft noch zerstückelter und gestellter wirken, als es eh schon oft bei Disneyproduktionen der Fall ist. Außerdem sehen die ganz alten Aufnahmen in SD natürlich arg unschön aus in Zeiten von 4K und „Planet Erde II“. Für ein paar gefühlvolle Charaktermomente (vor allem bei den mächtigen Guerillas) und einige süße Aufnahmen bei den Schimpansen mit ihren großen Augen reicht es dennoch. Die Musik ist auch gut und teilweise gar episch, selbst wenn sie sich oft etwas in den Vordergrund spielt. Insgesamt gibt es mittlerweile wesentlich bessere Alternativen für Affen- und Naturdoku-Fans, egal ob bei Disney, National Gepgraphic, BBC oder ARTE. Wahrscheinlich selbst auf dem Kinderkanal. 

Fazit: kürzer, unschärfer, gestellter - „Königreich der Affen: Frontlinien“ kann leider nicht mit aktuelleren Dokus von National Geographic oder Disney mithalten. Maximal ein Zwischensnack. Kann man beim Mittagessen laufen lassen. 

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