Auch die Spanier können gute Filme machen, was sie mit dem Kriegsdrama " Guerreros " beweisen. Vor allem greift man das ganz seltene Thema Balkankrieg einmal auf. Mehr als ausführlich behandelt in der Filmgeschichte wurden der zweite und der erste Weltkrieg, den Golfkrieg ließ man ziemlich außer Acht, aber über den Balkankrieg im Kosovo existiert fast nichts. Genau dieser Punkt macht " Guerreros " schon einmal interessant. Produziert wurde der spanische Film von den Produzenten, welche auch schon bei " The Others " mit Nicole Kidman tätig waren.
Obwohl man sogar einen Kinotrailer herstellte, schaffte es der Film bei uns nie in die Kinos, sondern Direct To Video. Auch heute ist er noch nicht sehr bekannt, doch ich denke dass er den Meisten, die ihn sehen wirklich gefallen wird. So auch mir, obwohl ich mit Antikriegsfilmen, oder Filmen die mit dem Krieg zu tun haben, nicht so viel anfangen kann.
Story:
Eine kleine spanische Spezialtruppe unter der Leitung von Leutenant Alonso bekommt einen neuen Einsatzbefehl. Sie sollen im Grenzgebiet zwischen Serbien und dem Kosovo, in mitten der Konfliktzone die Stromversorgung wieder herstellen. Doch schon auf dem Weg dorthin werden sie von Guerillakämpfern aufgemischt und Einige müssen ihr Leben lassen. Nun irren sie in der Konfliktzone herum und erleben die Hölle des Krieges. Sie werden gefangengenommen, gefoltert, gedehmütigt. Manch einer aus der kleinen Einheit mutiert zum Mörder nur um der Hölle zu entfliehen. Doch die Einheit wird immer kleiner und sie sehen sich ständig neuen Gefahren ausgesetzt. Und sie fragen sich bald, ob es überhaupt einen Ausweg gibt um dem Grauen des Krieges zu entrinnen.
" Guerreros " ist eine etwas seltsame Mischung aus Action, Antikriegsfilm und Realität. Man kann sich nicht so recht entscheiden, was der Film nun ist, denn er bietet von beiden Genres viel an.
Auf jeden Fall sind die Serben hier die Bösen, welche zu Beginn gleich ein paar Leute gnadenlos erschießen, darunter sogar Frauen und Kinder. Und dann diese komische Mordeinheit, welche die Soldaten anfangs auflaufen lassen. Wer oder was die waren wird im Film leider gar nicht mehr aufgegriffen.
Man macht sich recht schnell auf den Weg und trifft bald auf die Guerillas und dann gibt es ein mächtiges Feuergefecht. Soldaten werden mit Snipern erschossen, es sterben viele Soldaten und auch das Fahrzeug wird außer Gefecht gesetzt und die Übrige Truppe findet sich in einem reißenden Fluss wieder. Kurz darauf landet man ausversehen in einem Minenfeld und verliert wieder zwei Leute und zu guter Letzt wird man noch gefangengenommen und teils auch gefoltert.
Eine klare Linie lässt der Film vermissen und pendelt zwischen brutaler Action und dem Grauen des Krieges hin und her. Zum Schluss lässt man es ruhiger angehen und es wird nur noch vereinzelt gemordet.
Trotzdem nimmt einem " Guerreros " ganz schön mit, denn was die armen Soldaten hier alles erleben, so etwas schädigt fürs ganze Leben, vor allem das Verstecken in der Leichengrube wirkt sehr intensiv.
Auch ziemliche Brutalitäten werden uns nicht vorenthalten, wie viele blutige Einschüsse, übel zugerichtete Leichen, oder als die Dolmetscherin auf die Bodenmine tritt und übelst verstümmelt wird.
Die Kulisse wirkt sehr real und man sieht, dass wirklich in dem Land gedreht wurde. Alles ist zerbombt, die Leute sind komplett verarmt und alles wirkt so trist.
Auch die Musikuntermalung dazu wirkt sehr traurig, bietet aber manchmal sogar eine richtige Actionmucke an.
Die für uns ganz unbekannten Darsteller leisten hier Beachtliches. Vor allem da manche Soldaten während des Films eine Wandlung durchlaufen, wie zum Beispiel Vidal, ist es gar nicht einfach so eine Rolle zu verkörpern. Doch alle wirken glaubwürdig.
Die kleine Einheit besteht mal wieder aus 08/15 Charakteren. Es gibt den verständnisvollen Vorgesetzten, den Querulant, das weibliche Geschlecht ist auch vertreten, ein Arschloch ist dabei und auch ein paar die sich zurückhalten. Trotzdem sind die Reibereien welche innerhalb der Einheit entstehen sehr überzeugend.
Fazit:
Sehr guter Film aus spanischen Landen, welcher jedoch eine straighte Linie etwas vermissen lässt. Man pendelt zwischen knallharter Action und dem Krieg hin und her. Trotzdem kommt der Realismus nicht zu knapp. Die unbekannten aber überzeugenden Darsteller machen ihre Sache sehr gut und Manche machen sogar eine Wandlung im Film durch. Die Kulisse ist unheimlich trist und unterstreicht das Grauen des Krieges, der Score wirkt sehr traurig. Die einzelnen Gefechte sind 1A inszeniert und warten mit einigen Härten auf.
Guerreros kann man sich ohne Bedenken ansehen.