Review

Etwa zwei Jahre nach Start der Serie „Die Biene Maja“ entstand ein Film, der die Abenteuer der gestreiften Heldin zusammenfassen wollte, was leider nur zum Teil gelingt. Denn 104 Ausgaben lassen sich nicht repräsentativ auf Spielfilmlänge pressen und Fans der Serie dürften die Spinne Thekla und einige andere Nebenfiguren schmerzlich vermissen.

Als Maja geboren wird, ist Grashüpfer Flip nicht weit, denn er beobachtet von Anfang an den Werdegang der aus der Reihe tanzenden Biene, welche ihre Lehrerin Kassandra mit Fragen nervt und den faulen Schulfreund Willi zu turbulenten Abenteuern animiert. Als sie während der Fahrt in einer Limonadenflasche die Unterwasserwelt kennen lernen, kommt ein aggressiver Karpfen ins Spiel…

„Seine Atemöffnung ist am Hinterleib“. Willi: „Da tät ich mich schämen.“
Eberhard Storeck führte Dialogregie und übernahm die Rolle von Willi, was den Stoff unter anderem so einzigartig macht. Hinzu kommt der markante Score des Tschechen Karel Svoboda, der mit wenigen Themen stets den richtigen emotionalen Ton trifft, egal ob Gefahr droht, Melancholie aufkommt oder schlichtweg Spaß beim Honig naschen herrscht.

Der Stoff konzentriert sich zunächst stark auf die ersten Gehversuche von Maja, vieles findet im Bienenstock statt, während die Außenwelt ein wenig zu kurz kommt. Erst später landet Willi wegen Amnesie bei den Ameisen und es gibt eine Begegnung mit dem Hummelgeneral, wobei immer mal wieder von Blüte zu Blüte geflogen wird und Flip seinen Senf dazugibt und auch mal rettend einschreitet. Nicht umsonst haben Kinder der Siebziger großen Respekt vor Spinnen und halten Hornissen für todbringende Verbrecher.

Der Animationsstil ist natürlich simpel, objektiv betrachtet sogar relativ klobig und nicht sonderlich detailverliebt. In manchen Situationen werden schlicht Standbilder von rechts nach links bewegt oder herangezoomt, wenn sich Figuren innerhalb einer Landschaft bewegen, geschieht dies wie vor starrem Hintergrund und nicht selten wird nur der Mund bewegt, während der Rest des Körpers verharrt. Zweckdienlich allenfalls.

Aber das funktioniert. Denn die großartige Synchro füllt so manche Lücke aus und nebenher wird noch ein wenig Wissen vermittelt. Wir erfahren, warum Bienen zuweilen dicht vor den Waben flattern, Bremsen eine Affinität zu Pferden haben und wie sich manche Insekten innerhalb der Natur tarnen. Und das aus Insektensicht.

Als Einstieg für die jüngsten Zuschauer ist der gerade einmal 78 Minuten andauernde Spielfilm nicht verkehrt, ältere Semester hätten sich demgegenüber ein paar Abenteuer mehr außerhalb des Bienenstocks gewünscht. Bei alledem schwingt natürlich ein nicht unbeachtlicher Nostalgiefaktor mit, aber auch ohne den ist der Streifen eine Empfehlung wert.
7 von 10

Details
Ähnliche Filme