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Fünf junge Leute im nächtlichen Moor auf der Flucht vor irgendetwas Unbekanntem erreichen eine leerstehende Ferienvilla, in die sie einbrechen um sich zu schützen und auszuruhen. Die drei Mädels und zwei Burschen hatte unterwegs offenbar schon zwei weitere Mitglieder verloren und brauchen dringend Hilfe, denn einer von ihnen ist schwer verletzt. So macht sich also der andere Bursche allein auf den Weg und sprintet in der Dunkelheit in der Hoffnung los, irgendjemanden in den weitläufigen Sümpfen zu treffen, der ein funktionierendes Handy hat oder sonstwie Hilfe holen kann - die Zurückgebliebenen sind in der Villa allerdings keineswegs sicher sondern werden, als sie die Stockwerke erkunden, einzeln abgemurkst von vampirartigen Kahlköpfen, die mit freiem Oberkörper und Mistgabeln grunzend ihr blutiges Handwerk vollenden. Der Hilfeholer erreicht tatsächlich eine Bar und es gelingt ihm auch, seinen Schwager zu verständigen, welcher sich schwer angeheitert (es ist St. Patricks Day) mit zwei weiteren Girls auf den Weg macht...

Soweit eine grobe Skizzierung des Plots von Another Deadly Weekend, einem sleazigen Teenie-Slasher auf gutem Indie-Niveau. Grob deswegen, weil der Film ganz unvermittelt einsteigt, keinerlei Rückblende über das zuvor Geschehene bietet und außer dem üblichen rennet-rettet-flüchtet weder Hintergrund-Informationen noch einen stringenten roten Faden erkennen läßt. Dafür liegt der Fokus auf weiblichen Rundungen und grenzenloser Selbstverarschung der Darsteller, nur streckenweise unterbrochen von einigen Splatterszenen. Was die Logik betrifft, so kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn der sprintende Hilfeholer geht sich in der Bar erstmal frischmachen und telefoniert dann mit dem mühsam geliehenen Handy mit seinem Schwager, statt die Polizei zu rufen. Am Rückweg, den er wieder im Sprint absolviert, läßt er sich von einer halbnackten jungen Dame aufhalten, die er beim Anziehen durchs Fenster beobachtet... Alldieweil die Verstärkung in Form des Schwagers mit seinen zwei Hühnern in einem schäbigen Mietstaxi schon unterwegs von den finsteren Albino-Gesellen aufgehalten wird. Wer diese glatzköpfigen Killer mit den Gartenutensilien sind, wird genausowenig erklärt wie deren Motivation, es sind etwa ein halbes Dutzend und sie sind zumindest nicht unschlagbar und müssen ebenfalls Verluste hinnehmen.

Dieser eher wenig spektakuläre Handlungsfaden wird mit massig dummen Sprüchen gewürzt, die den geneigten Genre-Freund eher an einen Fun-Splatter erinnern und darüberhinaus verdeutlichen, daß die Teenies sich des Ernstes der Lage keineswegs bewußt sind - oder ihn auch gar nicht wahrhaben wollen, was angesichts des konsumierten Alkohols auch nicht verwunderlich wäre. Weiters beschäftigen sich die Burschen auffallend häufig mit weiblichen Hinterteilen und Oberweiten, und da die Kamera deren Sichtweise vermittelt, gibt es viele dieser sleazigen Szenen - übrigens ganz im Sinne auch der zeigefreudigen Mädels, die sich dafür extra zurechtgemacht haben und die lüsternen Blicke wie die teils unverhohlene Anmache auch genießen.

Nur ein voyeuristischer Streifen ohne Anfang und Ende, der das Label Horror-Film als Feigenblatt benutzt um leicht geschürzte Mädels in Szene zu setzen? Mitnichten. Dazu sind die Splatter-Effekte dann doch zu gut gemacht: Ohne Computer-Tricksereien, manchmal im Umschnitt, aber stets mit massig Filmblut (welches aus Feuerlöschern verspritzt wurde) wird da mit Schaufeln, Mistgabeln und anderen Utensilien herumgehauen - das nackte Mädel, das durch die Scheibe fliegt oder der Albino am Gartenhaus, der im 45-Grad-Winkel von der ihn aufspießenden Forke gehalten wird, lassen eine Detailverliebtheit zu Slasherfilmen der 80er erkennen, deren Realisierung für eine Low-Budget-Produktion sicher nicht so einfach zu bewerkstelligen war. Passend auch der abwechslungsreiche Score, der die einzelnen Szenen wirkungsvoll untermalt und schließlich eine tadellose Kameraarbeit, welche die ausschließlich nachts spielenden Begebenheiten sauber in Szene setzt.
Die fehlenden Anfang und Ende werden dahingehend erklärt, daß dies der als erstes gedrehte Mittelteil einer Trilogie sein soll, deren andere Teile Regisseur und Drehbuchautor Steve Wolsh noch nachzuliefern gedenkt. Die im Film erwähnte fiktive Ortsangabe West Craven läßt unzweifelhaft auf des Regisseurs Vorbild schließen...

Bezüglich der Darsteller fällt eigentlich namentlich nur Kane Hodder auf, und in der Kombination mit der Location "Sumpf" zieht man natürlich unwillkürlich Vergleiche mit dessen vier Hatchet-Streifen - hier jedoch spielt Hodder nur einen der Kahlköpfe in einer Nebenrolle - sein Name dient gewissermaßen als Teaser für den geneigten Genre-Freund. Zumindest keine Abzüge gibt es für den Knackarsch am Cover, das genau das hält was es verspricht. Die jungen Darsteller fallen mehr oder weniger nur durch ihre zotigen und zynischen Kommentare auf, immerhin sind die Mädels durch die Bank auffallend hübsch, und da das Ganze - von vornherein auf Selbstironie ausgelegt -  wenigstens zu keiner Zeit einen ernsthaften Anspruch erhebt, ist bei Muck (so der Originaltitel) zumindest ein gewisser Unterhaltungswert - inklusive einiger Schauwerte - garantiert. 6 Punkte.

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