Fantasy Filmfest 2015
Stung (D, USA 2015)
Julia (Jessica Cook) und Paul (Matt O’Leary) übernehmen das Catering im Garten eines vornehmes Landhauses. Doch der Abend des noblen Picknicks gerät zum Fiasko. Überdimensionierte Wespen attackieren nicht nur die Anwesenden, wer gestochen wird, aus dem schlüpfen in kürzester Zeit noch viel größere Wespen…
Beim Fantasy Filmfest 2011 wird ein Schreibwettbewerb gestartet. Eines dieser Drehbücher landet bei der deutschen Filmproduktionsgesellschaft Rat Pack („Der Wixxer“ 2003/07, „Jerry Cotton“ 2010), die den Stoff mit dem Weltvertrieb XYZ Films („The Raid“ 2011/14) und 279.000 Euro Unterstützung des Deutschen Filmförderfonds in Szene setzen lässt und dessen Deutschlandpremiere dann auf dem FFF 2015 erfolgt. Die Dreharbeiten finden mit amerikanischen Schauspielern komplett im Landkreis Barnim statt. So fliegt zu Beginn eine kleine Wespe über brandenburgische Alleen bis sie von einer mörderischen Schwester gekillt wird. Leider fehlt den Produzenten der Mut sich zum Standort zu bekennen (und das in einer Zeit, in der die Hälfte der amerikanischen Schocker im Ostblock spielt), die schöne Landschaft samt punkvollem Landhaus wird einfach in die USA verlegt. Die Geschichte beginnt mäßig amüsant, zieht sich aber bald ein wenig in die Länge, was Schlimmes befürchten lässt. Und tatsächlich entpuppt sich der erste Angriff der bösen Insekten als CGI-Geflatter vor durch die Gegend laufenden Komparsen. Etwas besser gelungen sind die ersten Schnell-Verpuppungen, doch schon bald verschanzen sich ganze sechs Überlebende im Landhaus, von denen zwei weitere gleich dran glauben müssen, bevor das große Quatschen beginnt. Was nützt die solide Inszenierung von Regiedebütant Bennie Dietz, wenn einfach nicht genug Budget für den eigentlichen Creature-Horror vorhanden ist. Denn auch später backen die Produzenten kleine Brötchen mit ein paar leidlich animierten Riesenwespen auf dem Dach und Plastikmodellen, die aus den 70er Jahren stammen könnten. Dabei nimmt sich der Film ab der Storymitte viel zu ernst um als Komödie mit einem gewissen Trash-Faktor durchzugehen. Das Ende geht ok, wirklich lobenswert sind aber nur Darsteller, wie Matt O’Leary („Mother’s Day“ 2011, „Lone Ranger“ 2013) als Caterer und Actionheld wider Willen und Lance Henriksen („Terminator“ 1984, „Aliens – Die Rückkehr“ 1986) als kampfstarker alter Säufer, und natürlich der Mut von Rat Pack einen deutschen Genre-Film auf die Beine zu stellen! So gibt es mit einem fetten Barnim/Brandenburg-Bonus 6/10