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Fast parallel zum Kinostart von "Avengers: Age of Ultron" schmeißen die Herrschaften von "Asylum" ihr ähnlich gelagertes Pendant auf den Markt, nur dass die Superhelden im vorliegenden Fall aus populären Märchenfiguren bestehen.
Dolle Effekte sollte man natürlich nicht erwarten, doch mit einem fast latent hohen Tempo und kleinen Actioneinlagen zieht sich die Mockbuster-Schmiede fast schon ansehnlich aus der Affäre.

Rumpelstilzchen (Casper Van Dien) hat Schneewittchens Mann getötet und will nun durch ihren magischen Spiegel von der Märchenwelt in die reale Welt, um dort die Herrschaft zu übernehmen. Schneewittchen, Aschenputtel, Rapunzel und Dornröschen wollen diesen Plan vereiteln und folgen ihm, während Rotkäppchen Rache am Wolf üben will...

Die Grundidee ist eigentlich recht ausbaufähig: Märchenfiguren finden sich in unserer Welt ein und können mit den Umständen zunächst nicht viel anfangen. Diese Gegebenheit wird jedoch kaum genutzt, da die Prinzessinnen nach ihrem Gang durchs Portal zwar auf zwei Polizisten treffen, kurz darauf jedoch keine Probleme beim Umgang mit alltäglichen Gegebenheiten haben. Zudem fallen die Figuren überhaupt nicht markant aus und es könnte sich bei den Damen (bis auf Rotkäppchen aufgrund ihres Umhangs) auch um jede andere Amazone im Kampfdress handeln. Demnach hat Rapunzel rötliche, nicht übermäßig lange Haare und Aschenputtel leicht asiatische Züge, die übrigen kommen noch austauschbarer daher.

Immerhin gibt Van Dien einen angemessenen Schurken ab und es gibt ein Wiedersehen mit Lou Ferrigno, der in den 80ern den TV-Hulk gab. Für die Rolle vom Eisenhans wurde er mit silberner Farbe angepinselt und er lässt einige Male seine Muckis spielen, was Freunde nostalgischer Kost natürlich entgegenkommt.
Ansonsten fallen die Fights ansehnlich, wenn auch nicht allzu brutal aus, die Choreographie geht in Ordnung und einige Kameraeinstellungen sowie einige Sets überraschen gar positiv.

Demgegenüber fällt die eindimensionale Geschichte komplett ab, denn dem Spiel zwischen Gut und Böse mangelt es an überraschenden Einlagen oder gar unerwarteten Wendungen, einzig einige unentschlossene Nebenfiguren bringen ein wenig Abwechslung rein. Auch die Schauwerte fallen ein wenig mager aus, da außer magischen Blitzen nicht viel auszumachen ist, wobei die Computereffekte zumindest passabel aussehen.

Im Endeffekt scheitert die Chose an den austauschbaren Figuren und der eindimensionalen Geschichte, während die Actioneinlagen in Form von kleinen Fights in Ordnung gehen. Leider kommt der Humor bei alledem viel zu kurz, obgleich das Aufeinandertreffen von Märchenwelt und Realität viel Potential bietet, doch die Grimmschen Vorbilder waren eben doch nur Vorwand, um irgendwie mal wieder einen preiswerten Mockbuster hinzuschustern.
Zur Berieselung mit sehr geringen Ansprüchen fast erträglich, - einen Vergleich mit ähnlich gelagerten Vorbildern sollte man natürlich nicht anstellen.
4,5 von 10

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