In den letzten Atemzügen des Italienischenexplotationskino, schuf Regisseur Michele Massimo Tarantini(dessen Film-Legende Trash wie „The Sword Of The Barbarians“ und den unterhaltsamen „Massacre In Dinosaur Valley“ genauso aufführt wie gelungene Italo Cop Filme wie „A Man Called Magnum“ oder „Crimebusters“, aber auch Dreck a la „Helm Auf-Hose Runter“ oder „Kommt Pudelnackt, das Erbe lacht“) einen Actionfilm wie er eigentlich nur aus Italien kommen konnte. Dschungelaction heißt nämlich die Divise und damit steht auch gleich Miles O´Keeffe zum Rapport bereit. Er und eine Handvoll anderer Amis (wie Reb Brown, Fred Williamson, Daniel Greene etc,) durften sich in den 80ern richtig austoben und alles Niederballern was nicht Amerikanisch war.
Hier geht es mal gegen das Kolumbianische Drogenkartell, welches anfangs noch von einer 3 Mann Arme (darunter auch ein Deutscher, gespielt von Milton Morris aus „Massacre In Dinosaur Valley“) und später dann nur noch von Keeffe ausgelöscht wird. Realismus will man hier nicht sehen und bekommt man auch nicht geboten. Die guten treffen halt mit ihren Kanonen alles was sich bewegt und die böse Arme der Drogenbosse eben nicht. So gibt es eine 80 Minütige Hetzjagd durch den Wald, denn ihre geheime Mission wurde verraten und nachdem der Kontaktmann auch noch draufgeht (sensationell geplant der ganze Einsatz!), sind die 3 Spezialisten auf sich gestellt. Dabei segnet schon bald unser farbiger Freund wie erwartet das selige (hier benutzt Tarantini fast eine 1 zu 1 Szene aus „Massacre In Dinosaur Valley“, nämlich den Piranhaangriff und das zerfressene Bein) und so fighten sich die letzten beiden trickreich durch die Massen an Gegner, bis nur noch der Ami übrig ist und er das Blatt dreht und es auch noch schafft das komplette Dorf nieder zu walzen.
Das macht natürlich für Freunde des Genres viel Spaß. Vor allem da die Action ziemlich anständig heruntergekurbelt wurde. Viel Wert wurde auf Stürze aus hohen Höhen gelegt, so dass die Feinde immer irgendwo stehen und getroffen werden damit sie fallen können. Felsplateau oder Wachturm, vornehmlich. Es wird fast die ganze Zeit geballert. Pausen sind wirklich selten und auch die Dialoge eher Rar und sehr einfach. Henry Silva („Above The Law“, „Bronx Warriors 2“) darf wie immer fiese sein und Befehle Brüllen, auf seiner Jagd nach den Angreifern, und diese machen die meisten Zeilen aus. Vor allem zum Finale gibt es dann auch noch viele Handgemachte Explosionen zu bestaunen, von denen einige schön groß und feurig sind. Ob ein Treibstofflager oder ein Armee Jeep, hier darf es alles hoch gehen. Handgemenge sind eher selten und nur kurz zwischen durch oder im Endkampf zu sehen. Sonst lauert die Divise: Ballern! Auch ist Tarantini anscheinend sehr Stolz 3 Hubschrauber für die Produktion gehabt zu haben. Es gibt kaum eine Szene wo nicht einer herumfliegt, doch am liebsten sind ihm alle 3 im Bild zu haben. Herrlich Italienisch gehen diese dann irgendwann als deutlich zu erkennende Modelle in die Luft. Sonst ist der Rest solide Italoaction mit hohem Bodycount und ordentlichen Gewaltgrad. Wie man es halt kennt. Viel Action, ohne irgendwelche Preise für Innovationen oder Einfallsreichtum zu gewinnen.
Fazit:
Eigentlich weiß man erst heute was man an solchen Trashstreifen hat. Die Action steht im Vordergrund und ist manchmal schön übertrieben unrealistisch das es einfach Spaß macht. Gerne gesehene Recken wie der hölzerne Miles O´Keeffe oder der in Bösewichtrollen geborne Henry Silva bieten Italofans genau die Dosis Unterhaltung, wie man sie sehen will, wenn man zu einem Produkt greift welches „Hard Bull-Männer aus Granit“ heißt. Oder erwartet da jemand was anderes?