Last but not Least: Wes Cravens “New Nightmare” – Freddy die siebte!
Wer könnte nach dem sechsten Teil, in dem Freddy nun endgültig sein Leben ließ, ihn besser wiederbeleben, als sein Schöpfer himself? So einen ähnlichen Satz sagt Produzent Robert Shaye zu Heather Langkamp, die im ersten und dritten Teil Nancy spielte. In Freddy #7 spielen sich nämlich die meisten Schauspieler und auch die Leute, die eigentlich hinter der Kamera stehen, selbst. Die wirre Geschichte ist schwierig in Worte zu fassen. Ungefähr sieht es so aus: Freddy Krueger versucht von der Filmwelt in die reale Welt zu kommen und ist mit diesem Versuch von der Person abhängig, die ihn als erstes besiegte: Nancy Thompson bzw. Heather Langenkamp.
Ja, die Geschichte ist total verrückt und eigentlich selten dämlich, funktioniert aber komischerweise gut. Einen erstaunlich schlechten Ruf aufgrund dieser wirren und lächerlich klingenden Story und der zurückhaltenden Inszenierung hat Wes Cravens zweiter Beitrag zur Nightmare Reihe. Warum, kann ich eigentlich nicht ganz nachvollziehen. Denn hier ist alles weitaus professioneller, routinierte und einfach gekonnter. Sowohl schauspielerisch, als auch inszenatorisch ist dieses Werk seinen drei letzten Vorgängern überlegen.
Die Atmosphäre stimmt. Der Film ist spannend, wenn auch unbrutal. Man sieht, dass es Craven hier mehr am Herzen lag, einen stimmungsvollen und endlich mal wieder gruseligen Freddy-Film hinzulegen, als eine weitere seelenlose und unkreative Fortsetzung seines Klassikers. Den kann er gerne loben, so wie er es hier tut. Teilweise ist diese Ironie wirklich herrlich – z.B. Englunds TV Auftritt als Freddy. Generell sollte man das ganze hier nicht zu ernst nehmen, auch wenn der Film eigentlich absolut humorlos bleibt.
Splatterszenen sind hier Mangelware, was aber keineswegs schädlich für den Film ist. Hin und wieder passiert mal was blutiges, aber das gerät schnell wieder in den Hintergrund. Erst in den letzten zwanzig Minuten lässt Craven sein Effektfeuerwerk los, was er sich über den Verlauf des Films eingespart hatte. Die letzten Szenen sind zwar gelungen, bleiben aber dann doch unspektakulär.
Letztlich ein fast guter – mal abgesehen von Freddy vs. Jason – Schlussstrich. Mit 112min leider etwas zu lang geraten. (6,5/10)