Gähn! Warum musste uns Grusel-Papst Wes Craven mit einem so belanglosen Mix aus Pseudo-Fortsetzung und Selbst-Referenz beglücken, nachdem die „Nightmare on Elm Street“-Reihe doch schon im 6. Teil ihren Abschluss fand?
Vermutlich, weil einige Fans (wie auch im Film selbst kurz erwähnt) nach noch einer weiteren Fortsetzung verlangten und mit Freddy`s Abgang im 6. Teil nicht zufrieden waren. Aber manchmal ist es eben besser, nicht nur aus ökonomischem Kalkül einen Film zu drehen. „Freddy`s New Nightmare“ hätte sich Wes Craven jedenfalls getrost schenken können.
Zur Story: Heather Langenkamp (die Darstellerin der Nancy aus dem 1. und 3. Teil; sie spielt sich selbst) wird wieder von Albträumen um Freddy geplagt, ebenso wie ihr Sohn Dylan (Miko Hughes, bekannt für seine oscarreife Leistung als autistisches Kind in „Das Mercury Puzzle“). Als Heathers Mann stirbt, nährt sich bei Heather die Befürchtung, dass Freddy zurück ist. Sie soll Recht behalten…
Klingt eigentlich ganz spannend. Das Problem ist nur, dass Teil 7 der mit 108 Minuten Laufzeit der längste Film der „Nightmare“-Reihe ist und auch der langweiligste. Einige Passagen sind schlicht und ergreifend zu langatmig und vermögen kaum Spannung zu erzeugen. Die Film-im-Film-Story ist zwar originell, kommt aber nicht über die Klasse der anderen Drehbücher der Fortsetzungsfilme hinaus, weswegen es auch hier zahlreiche Löcher im Plot gibt. Da helfen auch die Kurzauftritte von fast dem gesamten „Nightmare“-Beteiligten nichts. Robert Englund, Wes Craven, Produzent Robert Shaye und Darsteller John Saxon spielen sich hier selbst. Das hätte durchaus Potenzial gehabt, um das Filmbusiness zu persiflieren oder zu ironisieren; Wes Craven beschränkt sich aber allzu sehr auf seine Realität-und-Fiktion-Horrorstory. Schade eigentlich. Die gering dosierten Tricks sind allerdings besser ausgefallen als in allen anderen „Nightmare“-Filmen zuvor, kommen aber hauptsächlich nur im 15-minütigen (zugegebenermaßen sehr fantasievollen) Finale zum Tragen.
Abschließend bleibt zu bemerken, dass „Freddy`s New Nightmare“ schlicht und ergreifend als (Pseudo-) Fortsetzung überflüssig ist. Teil 7 ist nicht einmal annähernd vergleichbar mit dem genialen Erstlingsfilm von 1984. Wie so oft wurde dem Willen der Fans nach einer (endgültig letzten) Fortsetzung aus lauter Profitgeilheit nachgegeben. Was geblieben ist, ist zumindest halbwegs ansehnliche, relativ kurzweilige und überdurchschnittliche Horror-Kost für Fans – nicht mehr und nicht weniger.
Eventuell kann man es als Entschuldigung ansehen, wenn man bedenkt, dass Wes Craven nur 2 Jahre später „Scream“ drehte und hier Horrorfilm-Klischees humorvoll auf die Schippe nahm. Und natürlich „Scream 2“, wo die Film-im-Film-Idee nochmals aufgegriffen wurde.
Davon wird aber sein neuer Albtraum (der Originaltitel lautet schließlich „Wes Craven`s New Nightmare“) auch nicht besser…