Nach dem als Finale angedachten sechsten Teil meldete sich mit Wes Craven der Schöpfer der Reihe und legte diese Fortsetzung nach. Dabei entfernte er sich tonal merklich von den vorangegangenen Filmen und kehrte zu einer ernsteren Herangehensweise zurück. Und ist das Ergebnis filmisch gesehen auch dem direkten Vorgänger überlegen, so ist auch Cravens „New Nightmare“ nicht der erhoffte glanzvolle Abschluss geworden.
Dabei spielt er mit einer interessanten Idee, indem hier die Hauptdarstellerin aus dem ersten Nightmare-Film, Heather Langenkamp, als sie selbst auftritt. Immer wieder mit der Rolle der Nancy konfrontiert, ist sie nicht sonderlich erpicht darauf, in einem weiteren Teil der Filmreihe mitzuspielen. Dabei schreibt Wes Craven, der sich auch die Ehre gibt, gerade ein neues Skript, basierend auf seinen wieder auftauchenden Albträumen. Merkwürdigerweise hat Heather diese ebenfalls und es zeichnet sich ab, dass die fiktive Figur mit den Klingen an den Fingern einen Weg findet, die Barriere zwischen Fiktion und Realität zu durchbrechen.
Und hier hat man dann auch den Metawitz, der sich durch den kompletten Film zieht. Durch eben den Film, den man sich ansieht und der darin die Nightmare-Filme und deren Figuren behandelt, sowie eben deren Darsteller und Macher. Diese Ebenen nutzt der siebte Teil der Reihe, der aber auch gut für sich steht, für manche Spielerei und einige Auftritte. Neben den erwähnten Heather und Wes bekommt man auch Produzent Robert Shaye, John Saxon oder (erwartbar) Robert Englund zu sehen. Dieser spielt natürlich nicht nur sich selbst, sondern auch erneut Freddy. Oder das, was das eben sein soll. Daneben findet man einige Anspielungen, mehr oder weniger subtil, auf diverse Teile der Reihe, wenn es zum Beispiel wieder ein Opfer an die Decke zieht oder man in der Treppe stecken bleibt. Hommage an sich selbst.
Doch meist bleibt man in der „realen“ Ebene der Figuren. Insbesondere Heather und ihr Sohn Dylan stehen hier im Zentrum der Aufmerksamkeit. Und ist diese innerhalb der Reihe neue Herangehensweise auch erst einmal anerkennenswert, so fordert sie auch ihren Tribut. Craven lässt sich sehr viel Zeit, insbesondere mit Freddy und seinen Auftritten. Er macht schnell klar, dass es hier entgegen der letzten Teile nicht darum geht, einfach nur das Treiben eines Killers abzufeiern. Allerdings schießt er damit für meinen Geschmack über's Ziel hinaus. Denn im Ergebnis kommt die so mit der Reihe verknüpfte Figur kaum vor und abgesehen vom Ende sucht man auch die surrealen Traumwelten vergebens. Und da fehlt dann doch ein wichtiges Element, denn auf eine Spannungskurve oder auf sich einstellenden Grusel kann „New Nightmare“ nicht bauen. Ist nicht vorhanden. Ebenso wie eine anständige Anzahl an Kills, hier ist Teil sieben auffallend untermotorisiert.
Dazu kommen weitere Faktoren, die dem Film eine höhere Wertung verwehren. Zuvorderst Miko Hughes bzw. der von ihm dargestellte Sohn Heathers. Das ganze Bohei um Dylan, wie das Skript ihn agieren lässt und in das Szenario einbettet hat für mich nicht funktioniert. Es dauerte nicht lange und er ging mir auf den Keks. Der Umstand, dass er durchweg eine zentrale Rolle spielt, macht die Sache nicht besser. Auch kommt der Film nie so richtig in Fahrt, behäbig will er seine tonale Abgrenzung zu den Vorgängern beweisen. Dazu gehört auch eine weitere Erklärung für die Existenz dieses bedrohlichen Wesens – ja, nee. Freddys Make-up ist sichtlich verändert und wirkt es auch handwerklich okay, schauerlich ist nicht, eher zu „sauber“.
Manche Elemente der Geschichte lässt man einfach fallen, gönnt sich aber im letzten Drittel noch einen gelungenen Kniff mit Rückführung in den Erstling. Eine nette Idee, wenn auch nicht so ausgespielt, wie man hätte können. So mündet es in ein wieder mal nicht befriedigendes Finale und eine zugegebenermaßen doch stimmige letzte Szene.
Als (erneuter) Abschluss der Reihe kann „New Nightmare“ zwar mit selbstreferentiellen Szenen punkten und die Idee, diese monströse Figur in die (filmische) Realität eingreifen zu lassen, ist durchaus ansprechend. Diese ganze Metakiste mit dem Film-im-Film ist in Ordnung mitsamt allerlei Auftritten, manches wirkt wie eine Fingerübung für Cravens spätere „Scream“-Reihe. Doch fehlt es der Chose an genrebedingten Notwendigkeiten und insbesondere auch an denen, die zu dieser Serie gehören. Zu undynamisch gestaltet sich der Fortgang, bietet zu wenig vom Schurken und dem phantasievollen Drumherum, was eben ein Kernelement der Serie ist. So ist auch dieser erneute Abschluss nicht traumhaft geraten.