iHaveCNit: Tulpenfieber (2017)
Es war mal wieder Zeit für historische Filme. Also ging es in Tulpenfieber, der auch eine Romanverfilmung des Romans von Deborah Moggach ist. Wie immer habe ich das Buch vorab nicht gelesen, aber der Cast ist mit Namen bestückt, die doch schon ein bisschen was aussagen: Christoph Waltz, Alicia Vikander, Dane DeHaan, Judi Dench, Zack Galfianakis, Cara Delivigne, Jack O`Connell, Tom Hollander und einigen mehr. Ob mich das „Tulpenfieber“ gepackt hat ? Nicht wirklich !
Amsterdam im 17. Jahrhundert. Die Tulpe ist das Objekt der Begierde zur Zeit. Die Pflanze selbst, ihre Aufzucht, die Zwiebeln – sogar schriftlich festgehaltene Besitzzertifikate. Der Handel bei Auktionen lässt sogar normale Bürger den Ruhm und Reichtum ernten. Einer, der zu den wohlhabenden Leuten gehört ist Cornelis Zandvoort, der nach einen privaten Schicksalsschlag einen erneuten Anlauf mit der jungen Sophia wagen und die Ehe bis zur letzten Konsequenz vollziehen möchte. In dieser Phase arrangiert er einen jungen Maler um Familienportraits anzufertigen und schon bald entwickeln Sophia und der junge Maler eine gegenseitige Obsession, die für beide sehr gefährlich werden kann.
Eines muss man diesem Film lassen. Die optische Aufbereitung der damaligen Zeit in Sets und Kostümen wirklich gelungen und trägt viel zur Atmosphäre des Films bei. Auch die häufig vorkommenden Szenen eines Auktionshauses sorgen für einen interessanten Einblick in die damalige Zeit. Auch wenn wir hier viele namhafte Darsteller haben, sind die meisten Charaktere von ihnen nur oberflächliche Stichwortgeber, Plotwerkzeuge und Abziehbilder aus der glorreichen Vita des jeweiligen Darstellers. Christoph Waltz ist halt routiniert dabei seinen Rollentypus auszuspielen, Alicia Vikander muss aufpassen, dass sie sich auf Dauer nicht in Historienfilmen, Romanverfilmungen und Liebesgeschichten verfängt, bevor sie aus diesem Rollenbild nicht mehr herauskommt. Selbst Galfianakis hat einen „Hangover-lastigen“ Moment. Allgemein ist der Film ja atmosphärisch und unterhaltsam, aber auch sehr konstruiert, vorhersehbar, dumm und unfreiwillig komisch in einigen Momenten. Ich frage mich auch, ob stellenweise die Dialoge so 1:1 aus dem Buch übernommen worden sind, gerade manche Dialogzeilen sind doch sehr eindeutig zweideutig sexuell zu interpretieren und haben für genüsslich unfreiwillige Momente gesorgt. Wer sich aber im Ansatz für den Film interessiert, kann einen Blick wagen.
„Tulpenfieber“ - My First Look – 6/10 Punkte.