Review

kurz angerissen*

Was die “Hangover”-Schule bewirkt hat, zeigt sich wieder an “Spy”. Die Agenten-Klamotte, die sich in Inhalt und Aufbau eigentlich an familienfreundlichen Sonntagsunterhaltungsfilmen der 90er Jahre orientiert, streut immer wieder grafische Gewalt und Anzüglichkeiten ein, mit denen sich die Familiensache dann auch schon wieder erledigt hat. Dies macht sie allerdings elegant genug, dass man es ihr – bis auf wenige Ausnahmen – nicht übel nehmen möchte. Schließlich schleudert sie den Bodycount heraus wie Jude Law seinen Naseninhalt, stets mit einem charmanten „oops“ auf den Lippen. Melissa McCarthy ist vor diesem Hintergrund ein watschelndes Klischee aus dem Grundbuch. Nicht anders als beispielsweise ein Billy Crystal vor mehr als 15 Jahren in „Reine Nervensache“ pendelt sie durchgehend zwischen der Unsicherheit in ungewohnten Lagen (hier resultierend in Fremdscham-Körperslapstick à la Kevin James) und dem unverhofften Dominieren von Situationen. Ihr Zusammenspiel mit Law, der ein krankes Zerrbild eines James Bond gibt, gehört aber ebenso zu den Highlights wie ihr Kontakt mit Jason Statham. Den Fast-Food-Rest der nicht immer geschmackssicheren Actionkomödie hat man alsbald vergessen, doch dieses Dreigespann sorgt durchaus für ein wenig Nachklang und erinnert daran, das „Spy“ eigentlich doch witziger war als gedacht.

*weitere Informationen: siehe Profil

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