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Da die Billigschmiede "The Asylum" ohnehin den Schwerpunkt Science-Fiction und Katastrophenfilme bedient, kommt es ihnen mal wieder entgegen, kurz vor Veröffentlichung eines ähnlich gelagerten, vermeintlichen Blockbusters ein schlichtes Pendant herauszubringen.
Man setzt nur ein "Quake" dahinter, - vielleicht merkt es ja keiner...

Seismologin Molly hat eine neue Methode zur Erdbebenfrüherkennung entwickelt, was sie und ihr Schüler Nick am eigenen Leib erfahren müssen, als Teile der Schule durch ein leichtes Erdebeben zusammenbrechen. Weit größere Beben stehen noch an, doch Mollys Appelle beim zuständigen Institut bleiben wirkungslos. Um Steiftochter/Freundin Ali zu retten, bleibt dem ungleichen Paar nichts anderes übrig, als gegen den Strom zu schwimmen...

Die parallel ablaufenden Handlungsstränge gehören natürlich zum Metier, doch zuweilen wirkt das Geschehen reichlich unausgegoren, als würden etwaige Figuren zeitweilig vom Erdbeben verschluckt. Während Molly und Nick eine teils abwechslungsreiche Odyssee durch halb LA antreten, verkommt der Hubschrauberpilot/Mollys Mann zu einer kompletten Nebensache, indes Alis Überlebenskampf in einem alten Hotel nur phasenweise Suspense ins Spiel bringt. Das fast latent flotte Erzähltempo kommt diesbezüglich kaum gegen die fetten Drehbuchlöcher an.

Auch die Qualität der Effekte schwankt gewaltig: Einstürze diverser Gebäude leiden unter schlampiger CGI und auch umstürzende Strommasten aus der Ferne sehen furchtbar künstlich aus. Etwas besser kommen einige Blechlawinen und verschieden Erdrisse weg, doch den trashigen Höhepunkt bildet eindeutig ein aus dem Zoo ausgebrochenes Nilpferd. Denn das ist so schlecht animiert, dass es auch einer Kinderwerbung aus den Neunzigern entsprungen sein könnte.

Des Weiteren performen die meisten Mimen auf Sparflamme, oder sie können es schlichtweg nicht besser. Das manifestiert sich besonders während der eher ruhigen Momente, welche dem Treiben merklich schaden, pathetische Gefühlsduseleien eines älteren Ehepaares oder unnütze Videobotschaften inklusive. Zwar spielen sich Molly und Nick während ihrer Bemühungen einige Bälle zu, was zwischendurch minimal aufheitert, doch im Endeffekt rauscht das Geschehen ohne nennenswerte Höhepunkte am Genrefreund vorbei.

Der eher unerfahrene Autor und Regisseur John Baumgartner stand wahrscheinlich unter enormen Zeitdruck, wie es bei Mockbuster Asylum eben üblich ist. Daraus resultiert eine nur mäßig spannende, über weite Teile vorhersehbare Geschichte, die dramaturgisch unausgereift wirkt. Ein flottes Erzähltempo kaschiert eben nicht alles, wenn die Effekte nicht begeistern, die Figuren nur marginal zum Mitfiebern einladen und das Gesamtpaket oberflächlich und austauschbar anmutet.
3,5 von 10

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