Review

kurz angerissen*

Wenn man irgendwo einen dermaßen platten Road-Movie-Ablauf mit schematischem Show-Act-Finale verzeihen kann, dann wohl gerade bei der Fortsetzung zum Campytainment “Magic Mike”, die in ihrem Wesenszug nicht weniger campy ausgefallen ist als das Original, sondern eher noch mehr. An Peinlichkeiten, begleitet vom herzhaften Lächeln der Selbstironie, soll es wieder nicht mangeln; das beginnt bei der zuschauerlosen Tatum-Werkstatt-Nummer und findet ihr frühes Highlight schon kurz danach in einer Tankstelle, wo eine mürrische Angestellte mit der vollen Ladung Charme zum Lachen gebracht werden soll. Der sozialkritische Ton, den Soderbergh noch als notwendig erachtete, ist scheinbar nicht mehr vonnöten.

Doch den fehlenden Tiefgang, den spürt man in der Endabrechnung. „Magic Mike XXL“ ist ein purer Frauenfilm für die Nichtromantikerfraktion (ein Fünkchen Romantik allerdings muss man wohl in jedem Frauenfilm erwarten), eine prall gefüllte Tube Spaß zum Ausdrücken - mit erstaunlich viel Leerlauf allerdings. Das Skript schleppt sich von endlosen Verbrüderungsorgien über aufgesetzte Wiedersehen mit alten Freunden, die auch noch schlecht gecastet sind (Jada Pinkett Smith stakst so bemüht und verkrampft durch ihre Szenen, dass man sich Andie MacDowell, die einzige wirklich gute Nebenbesetzung, an ihrer Stelle gewünscht hätte), nur um schließlich bei einer großen Show zu landen, die zu alldem auch noch viel undynamischer wirkt als in Soderberghs Film.

Die kreischende Meute wird das sicher nicht großartig stören, solange die Muskeln im Öl glänzen, aber „Magic Mike XXL“ bleibt dann doch weit hinter seinem Vorgänger zurück und erweist sich als verzichtenswert.

*weitere Informationen: siehe Profil

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