Eine ganze Insel an der amerikanischen Ostküste befindet sich im Griff unkontrollierbarer Riesenwarane: Patrick wurde als Junge Zeuge, wie seine Eltern den hungrigen Echsen zum Opfer fielen. Jahre später ist es dem jungen Mann immer noch nicht gelungen, das Trauma abzuschütteln. Seine Therapeutin Victoria ist überzeugt, dass er sich den Schrecken lediglich eingebildet hat, und sieht nur eine Möglichkeit, wie Patrick endlich geheilt werden kann. Sie will mit ihm an die Stätte seiner Kindheit zurückkehren. Schnell wird die Reise zum Horrortrip: Die Komodowarane sind nämlich nicht nur real, sondern mittlerweile noch größer und gefährlicher. Und sie vergeuden keine Zeit, die kleine Reisegruppe um Patrick und Victoria anzugreifen. Ein verzweifelter Kampf ums Überleben beginnt...
An manchen Stellen wird das Werk von Michael Lantieri sogar als einer der Meilensteine des Tierhorrorgenres bezeichnet, was sicherlich wohl eher als Marketingstrategie anzusehen ist, um den Film besser an den Mann zu bringen. Dennoch handelt es sich aber um einen der besseren Vertreter des Subgenres, in dem man ja ansonsten doch mit jeder Menge eher schlechterer Filme konfrontiert wird. "Komodo" ist der bisher einzige Film, der unter der Regie von Michael Lantieri entstanden ist, der wohl auch eher als Effektkoordinator bei Steven Spielbergs "Jurassicc Park-Trilogie bekannt sein dürfte. Es handelt sich um ein durchaus gelungenes Regiedebut, das insbesondere Tierhorror-Fans gut gefallen dürfte, bekommt man doch eine äusserst atmosphärische Inszenierung geboten, in der vor allem die eigentlichen Hauptfiguren nämlich die Riesenechsen auch ziemlich oft im Bild zu sehen sind.
Als wirklich gelungen kann man hier die sich entfaltenede Atmosphäre bezeichnen, was sicherlich auch darin begründet ist, das sich große Teile der Geschichte in der Nacht abspielen, was dem Geschehen auch eine gewisse Dichte verleiht und zudem die Bedrohlichkeit der gegebenen Situation noch einmal besonders hervorhebt. Und diese Situation ist für die kleine Gruppe Menschen nun wirklich recht gefährlich, scheint sie doch eher hilflos den riesigen Echsen ausgeliefert zu sein, die ihren Opfern durch absgesonderten Speichel übelste Wunden zufügen können. Zudem sind die possierlichen Wesen auch noch extrem hungrig, haben sie doch schon längere Zeit kein Fleisch mehr zu essen bekommen. Und so entwickelt sich mit der Zeit ein packender kampf zwischen mensch und Tier, der nicht ohne Verluste für beide Seiten abgeht und selbst die schier übermächtig erscheinenden Tiere Verluste hinnehmen müssen.
"Komodo" ist mit Sicherheit kein herausragender Film, bietet allerdings eine äusserst atmosphärische Geschichte, die auch größtenteils über ein ordentliches Erzähltempo verfügt und keinerlei größere Längen erkennen lässt. Zudem mit einem soliden Spannungsbogen ausgestattet, bekommt der Zuschauer ordentliche Tierhorrorkost serviert, die man sich jederzeit gut anschauen kann. Die teilweise wirklich schlechten Meinungen über diesen Film kann ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen, denn gibt es doch gerade im Bereich des Tierhorrors unzählige Vertreter, die weitaus schlechtere Unterhaltung bieten, als es in vorliegendem Werk der Fall ist. Auch die eher unbekannten Darsteller, lediglich Jill Hennessey dürfte wohl durch die TV-Serie "Law and Order" einen gewissen Bekanntheitsgrad haben, liefern absolut solides Schauspiel ab, das zwar nicht unbedingt zu Beifallsstürmen animiert, aber der Geschichte jederzeit angemessen erscheint und somit keinerlei grund zur Beanstandung liefert.
Letztendlich kann man also ohne weiteres feststellen, das mit "Komodo" ein gelungener Beitrag des Tierhorrors vorliegt, der das Genre bestimmt nicht revolutioniert, aber jederzeit spannende und kurzweilige Unterhaltung bietet. Man sollte allerdings keine großartig harten oder blutigen Passagen erwarten, denn in dieser Beziehung hält sich die Geschichte vornehm zurück, was aber aufgrund der 16er Freigabe auch nicht anders zu erwarten war. Dennoch ergibt sich ein äusserst rundes und überzeugendes Gesamtbild, das einen durchaus positiven Eindruck beim Zuschauer hinterlässt.
Fazit:
Auch wenn "Komodo - The Living Terror" mit Bestimmtheit kein cineastisches Meisterwerk darstellt, handelt es sich immerhin um einen sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Film, der mit einer gelungenen Grundstimmung, soliden Darstellern und einem konstanten Spannungsbogen ausgestattet ist. Für einen netten Filmabend ist das Werk jedenfalls bestens geeignet, so das man insbesondere für Freunde des Subgenres eine Empfehlung aussprechen kann.
6,5/10