ACHTUNG! SPOILER!
Trotz einiger Längen ist WOMEN OF THE PREHISTORIC PLANET eine insgesamt recht sympathische kleine Space-Opera. Der Film wurde in Deutschland vor Urzeiten u.a. vom VHS-Kultlabel „Sauerland Kunststoffe" unter dem Titel DAS STEINZEITSYNDROM veröffentlicht, wobei der Filmprint den Titel REVOLT OF THE PLANET WOMAN trägt. Inzwischen wurde der Film (mit der Überschrift „Jules Verne") auch als „40th Anniversary Edition" unter dem Titel DIE WELT DES FRAUENPLANETEN auf DVD herausgebracht, wobei hier der Filmprint den Originaltitel WOMEN OF THE PREHISTORIC PLANET trägt und ein digital erzeugter Untertitel -DIE WELT DES FRAUENPLANETEN- hinzugefügt wurde. Bei beiden Fassungen zeichnet sich das Bild durch zum Teil sehr starke Verschmutzungen aus, es gibt jede Menge Dropouts und teils durchgängige Bildstreifen. Die DVD hat daher bestenfalls VHS Niveau und man hätte sich für eine „40th Anniversary Edition" eigentlich mehr erhofft. Zudem gibt es keinen Originalton, sondern nur die deutsche Synchronisation und eine italienische (!?) Tonspur. Eine Spur für Untertitel ist zwar vorhanden, aber diese ist leer. Einige Szenen, die in der DVD-Fassung nicht zu sehen sind und nur im Bonusmaterial angeschaut werden können, sind in der VHS-Version enthalten. Bei beiden Fassungen fehlen im Vergleich zur Originalfassung einige Szenen mit dem Darsteller Paul Gilbert, der in der Rolle des „Lt. Bradley" für die „komischen" Momente des Films zuständig ist, sich aber als wenig witziger Sidekick erweist.
In diesem Who's Who des B-Films tummeln sich vor der Kamera u.a. ex-Hollywood-Größe Wendell Corey, sowie die aus vielen Billigfilmen bekannten John Agar, Keith Larsen (siehe „The Omegans"), Merry Anders, Adam Roarke, Irene Tsu und Glenn Langan. Außerdem dabei zwei Darsteller die später zu marginalen TV-Ruhm gelangen sollten: Stuart Margolin wurde bekannt als „Angel", dem schlitzohrigen Kumpan von James Garner in „Detektiv Rockford: Anruf genügt" und Robert Ito war viele Jahre als stets loyaler und arbeitsamer Assistent von „Quincy" Jack Klugman zu sehen. Beide Darsteller hatten allerdings lang anhaltende und intensive Karrieren im TV und es wäre nicht gerecht, wollte man sie auf diese beiden Rollen festlegen.
Insgesamt wirken alle Darsteller in WOMEN OF THE PREHISTORIC PLANET ein wenig gelangweilt und unbeteiligt während sie durch die dürftigen Bühnenbilder stolpern, die an die Kulissen aus „Raumschiff Enterprise" erinnern, während die Raumschiffe und Miniaturlandschaften den Eindruck machen, sie stammten aus einem „Flash Gordon" Serial der 30er Jahren. Neben einigen rassistischen Tendenzen sind es vor allem die breit ausgemalten Szenen einer öden „Tarzan und Jane" Idylle (samt Schimpanse) zwischen Robert Ito als „Tang" und Irene Tsu als „Linda", die den Film ausbremsen. Wirklich komisch, wenn auch nur unfreiwillig, ist dafür die Szene, in der die Protagonisten auf einem schmalen Baumstamm ziemlich mühevoll einen brodelnden Tümpel („das ist kochendes Rohöl") überqueren, obwohl sie diesen problemlos mit einigen wenigen Schritten umrunden könnten. Wie einer der Protagonisten dabei vom Stamm abrutscht und in dem Tümpel umkommt ist wirklich zum Brüllen und eine absolute "Glanzleistung" des Darstellers. Die simplen optischen Effekte des Films sind im Übrigen auch nicht der Rede wert und Komponist Gordon Zahler hat kräftig bei „The Creature from the Black Lagoon" geklaut, dessen bekanntes Thema den Zuschauer gleich im Vorspann anschreit.
Weitere Zutaten dieses bunten Cocktails sind der alte „Eidechsen-optisch-vergrößern-und-in-den-Film-montieren" Trick, eine Gummi-Tarantel so groß wie ein Fußball, wacklige Pappmaché-Felsen und ein Blechkannen-Raumschiff zu dessen Ausstattung u.a. eine Polsterledergarnitur, Turnhallen-Spinde und elektrische Türen a la „Plan 9" gehören. Alles in allem ist WOMEN OF THE PREHISTORIC PLANET nettes Trash-Film-Entertainment mit ein paar Längen.
Der Regisseur des Films, ARTHUR C. PIERCE (1923 - 1987), ist vor allem als Autor diverser B-Filme bekannt, war aber auch als Produzent tätig und wirkte in den 60er Jahren bei vielen Billigfilmen ungenannt hinter den Kulissen mit. Er schrieb unter anderem die Drehbücher für Filme wie „The Cosmic Man" (1959), „Beyond the Time Barrier" (1960), „FBI jagt Phantom" (1965) und „Cyborg 2087" (1966).
MARVIN PAIGE (1927 - 2013), hier „Casting Consultant", war seit den frühen 60er Jahren bis kurz vor seinem Tod ebenfalls vor allem im Segment des B-Films tätig, zumeist im Bereich „Casting" (Casting Director; Casting Consultant; Talent Coordinator; Interview Consultant; Production Consultant; insgesamt ca. 100 Credits laut IMDb). So war er u.a. „Casting Director" bei diversen TV-Serien und Filmen, einigen frühen Woody Allen Filmen und Werken wie „Panik in der Sierra Nova (1977), „Jennifer" (1978), „Star Trek: Der Film" (1979), „Olivia - Im Blutrausch des Wahnsinns" (1983). Außerdem war er „Casting Consultant" für Filme wie „SS-X-7 Panik im All" (1965), „FBI jagt Phantom" (1965), „The Navy vs the Night Monster" (1966), „Das Kabinett der blutigen Hände" (1966) und „Der Mann mit Bogarts Gesicht" (1980).
Der „Music Editor" des Films war IGO KANTOR, der am 18.08.1930 in Wien geboren wurde. Kantor hat eine hochinteressante Karriere hinter den Kulissen Hollywoods gemacht. Er ist seit den 60er Jahren in diversen Funktionen im Filmgeschäft tätig, häufig im low- und no-budget Bereich. Er war u.a. „Music Supervisor", Produzent, Cutter, Komponist, „Post-Production Supervisor", Regisseur, Drehbuchautor etc. Er wirkte mit bei Filmen wie Jail Bait (1954), Bride of the Monster (1955), The Human Duplicators (1965), Cyborg 2087 (1966), Hells Angels on Wheels (1967), They Ran for Their Lives (1968), Nightmare in Wax (1969), Kingdom of the Spiders (1977), sowie bei diversen Russ Meyer-Filmen. Die IMDb listet mehr als 100 Credits.
Inhalt:
Das Raumschiff „Cosmos I" unter Admiral King (Wendell Corey) ist unterwegs, um das Schicksal des Schwesterschiffs „Cosmos III" zu untersuchen, das auf einem unbekannten Planeten gestrandet ist. Die Reise zu diesem Planeten dauert drei Monate, doch in dieser Zeit sind auf dem Planeten bereits 18 Jahre vergangen. Nachdem die „Cosmos I" gelandet ist, wird ein Suchtrupp zusammengestellt zu dem u.a. Commander Scott (Keith Larsen), Dr. Farrell (John Agar), Lt. Red Bradley (Paul Gilbert), der „Crew Chief" (Stuart Margolin) und einige andere gehören. Die Männer müssen sich bei Ihrer Suche nach der „Cosmos III" mit riesigen Echsen, Spinnen und Schlangen herumschlagen, doch nach einem gefahrvollen Marsch, den zwei Männer nicht überleben, finden sie schließlich die Überreste des Raumschiffs. Dabei entdecken sie auch Anzeichen dafür, dass es Überlebende gegeben haben muss. Die Funkerin Linda (Irene Tsu) nimmt inzwischen ein Bad in einer heißen Quelle in der nähe des Landungsortes. Dabei wird sie von einem primitiv gekleideten jungen Mann beobachtet. Es stellt sich heraus, dass er der Sohn von zwei überlebenden Besatzungsmitgliedern der „Cosmos III" ist, die ein paar Jahre nach seiner Geburt umkamen. Die beiden verlieben sich ineinander und Linda beschließt, bei Tang (Robert Ito) zu bleiben. Die „Cosmos I" startet wieder und macht sich auf den Heimweg. Während sie den bisher namenlosen Planeten hinter sich lassen, spricht Admiral King seinen Bericht ins Logbuch und gibt dem Planeten den Namen „Erde".
Aus der Werbung:
Es ist ein Kampf der Geschlechter...Wilde sexy Frauen gegen die männlichen Invasoren...
It's the battle of the sexes as savage planet women attack female space invaders! (Plakat)