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Das Steinzeitsyndrom (oder auch Die Welt des Frauenplaneten) ist ein billiger Science Fiction Film aus den Sechzigern. Die Menschheit ist inzwischen ins All aufgebrochen und hat auf dem Planeten Centaurus intelligentes Leben entdeckt: Die Centaurer, welche den Menschen erstaunlich ähnlich sehen (darauf kommen wir später). Sie waren einst eine hochentwickelte Rasse, doch Kriege haben sie in den Abgrund getrieben und unter den Menschen gibt es viele Vorurteile gegen sie. Schnell ein paar Centaurer in die Mannschaft integriert und schon gibt es den ersten Ärger: Auf dem Weg zur Erde zetteln die Centaurer eine Meuterei an und das Raumschiff Cosmos 3 muß auf einem fremden Planeten im Solaris-System notlanden. Das nächste Schiff, die Cosmos 1, ist drei Monate entfernt. Leider vergeht die Zeit anders, wenn man knapp unter Lichtgeschwindigkeit reist, und so sind auf dem Planeten berets 18 Jahre vergangen, als die Cosmos 1 zur Rettung eintrifft. Auf der Suche nach Überlebenden muß sich die Crew nun zahlreichen Gefahren auf der Planetenoberfläche stellen.

Als "charmanten Sci-Fi Trash für Fans mit Pappmachékulissen" will uns der Premiere-EPG den Film verkaufen. Nun, es stimmt fast. Nur das "charmant" und das "für Fans" sollte man streichen. Der Film ist unglaublich billig gemacht. Das geht beim Design und den Aufnahmen der Raumschiffe los, die eindeutig Spielzeuggröße haben und vermutlich in der Arbeitsgemeinschaft Werken vom kleinen Sohn des Regisseurs gebaut wurden. Und auch die Planetenoberfläche weiß nicht zu überzeugen. Pappmaché-Felsen und Plastikblumen bestimmen das Bild und erinnern an so manchen Planeten aus der Original Series von Star Trek. Des Fremden nicht genug, gibt es auf dem Planeten auch noch Monster: riesengroße Eidechsen. Da filmte man eine kleine Eidechse und versuchte sie als riesig darzustellen - vergeblich, denn das erkennt auch das ungeschulte Auge.

Ansonsten ist der Planet gar nicht so fremd, wie man meinen sollte. Es gibt zahlreiche "exotische" Tiere wie Papageien, Schlangen und sogar den Schimpansen "Chico". Und dann diese unbekannten Früchte. Die Centaurer haben noch nie so schöne Früchte gesehen. Da muß der Affe der schönen Centaurerin Linda schon zeigen, wie man diese Neuheit ißt: Man muß die Banane schälen. Den Apfel konnte sie noch selbst essen. Immerhin gibt es für diese Ähnlichkeit noch eine alberne Erklärung, doch laßt euch selbst überraschen!

Wie nicht anders zu erwarten sind die Charaktere sehr eindimensional. Die Centaurer sind tatsächlich ziemlich barbarisch, auch wenn man im Laufe des Films wohl vom Gegenteil überzeugt werden soll. Anders als bei Star Trek hat man hier auf Masken verzichtet. Ist es doch viel einfacher, ihnen dadurch ein außerirdisches Aussehen zu geben, indem man nur Asiaten castet, welche natürlich anders aussehen als die westliche Crew der Raumschiffe. Und obendrein klingen ihre Namen auch noch sehr asiatisch. Die Centaurerinnen sehen alle ziemlich gut aus, weshalb sie wohl auch von den Crews mitgenommen wurden. Die Menschen spalten sich in drei Kategorien auf: Leute mit Vorurteilen gegen Centaurer, flirtwillige Frauen und ein notgeiler Chief, der nur "witzige" Sprüche auf den Lippen hat.

Wer schon so wenig Geld für die Ausstattung hat, der hat noch weniger Geld für ein vernünftiges Drehbuch. Spannung sucht man vergeblich. Die Gefahren sehen z.B. so aus, daß die Rieseneidechse auf einem weit entfernten Felsen auftaucht und einfach erschossen wird. Die Crew hat auch jede Menge Spaß daran, jede Schlange zu erschießen, die mindestens 10 m entfernt ist. Leider gibt es trotzdem Tote, denn bei der Überquerung eines Schwefel-Tümpels über einen Baumstamm mit Seil zum Festhalten stellt sich ein tollpatschiges Crewmitglied besonders ungeschickt an, fällt gleich rein und taucht nicht wieder auf.

Dazu kommt noch ein völlig beklopptes Filmende, das hier jedoch nicht verraten werden soll. Ich muß zugeben, dank der Centaurer-Frauen und mit viel Humor war der Film sogar noch erträglich. Trotzdem kann ich ihm guten Gewissens und mit viel Wohlwollen gerade noch einen Punkt geben.

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