„Ich geh' mal kurz aufs Klo!“
Der US-Amerikaner David Michael Latt war hauptsächlich als Billigfilmproduzent tätig, trat aber auch als Regisseur in Erscheinung. Beim Action-Thriller „Killers“ aus dem Jahre 1997 handelt es sich um seine zweite Inszenierung, zuvor hatte er bereits „Sex Pot 2“ alias „Rock and Roll Fantasy“ gedreht. Auch „Killers“ ist eine Low-Budget-Produktion, zudem eine aus der Asylum-Mockbuster-Schmiede – wenngleich mir nicht klar ist, von welchem Film dieser hier ein Mock-off darstellen soll: „Mike Mendez‘ Killers“? Dazu passt die Handlung gleich null. „Reservoir Dogs“? Schon eher, aber der hatte zum „Killers“-Erscheinungszeitpunkt bereits ein paar Jährchen auf dem Buckel.
Eine gemischtgeschlechtliche Bikergruppe (u.a. Kim Little, „Young and Younger“, Christopher Maleki, „Kinder des Himmels“ und Frankie Ray, „Prison Planet“) bestreitet ihren Lebensunterhalt damit, gestohlene illegale Drogen billig an- und teuer weiterzuverkaufen. Ein Geschäft in einem leerstehenden Industriegebäude jedoch geht schief: Die, äh, „rechtmäßigen Besitzer“ der Drogen tauchen schwerbewaffnet auf und lassen keinen Zweifel daran, dass mit ihnen nicht gut Kirschen essen ist…
Eine Protagonistin skizziert knapp die Hintergrundgeschichte aus dem Off; und nach ein paar False Scares von der Billigrampe geht die Sause auch schon los: Unter flackerndem grünen Licht wird gejagt, erschossen und gefoltert. Das liest sich aufregender als es ist, denn „Killers“ entpuppt sich als strunzlangweiliges Kammerspiel mit beschissenen Dialogen und ein paar Kämpfen, Schüssen und Toten, die einen komplett kaltlassen, da man sich gar nicht erst um so etwas wie Charaktereinführung bemühte. Durch ein paar ganz nette Einzelszenen, beispielsweise einen Ertränkungsversuch im Wasserband, kommt der Film auf seine mageren Pünktchen; gegen Ende geht’s dann auch wüster zu. Das Final Girl philosophiert am Schluss über Leben und Tod, während ich dem Film attestieren muss, es kaum geschafft zu haben, überhaupt meine Aufmerksamkeit zu erlangen.
Verzichtbarer, liebloser Murks knapp über Amateur-Niveau, der direkt nach dem Anschauen schon wieder vergessen ist und nicht einmal über unfreiwilligen Humor verfügt. Dies hielt David Michael Latt jedoch nicht davon ab, fünf Jahre später eine Fortsetzung nachzureichen.