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Der Voodoo-Priester William Boudreaux (Antonio Fargas) spürt es sofort. Es ist wieder etwas passiert, und natürlich hat seine vor vielen Jahren ermordete, rachsüchtige Vorfahrin Marguerite Boudreaux ihre geisterhaften Finger im Spiel. Was ist geschehen? Ein Truck mit einer Ladung genetisch veränderter Schlangenkopffische kam von der Straße ab, und die hungrigen Viecher packten die Gelegenheit beim Schopf und türmten ins Blackbriar-Sumpfgebiet, sehr zum Leidwesen einiger Teenager, die in der Nähe eine (lahme) Party feiern. Die süße Ashley (Ayla Kell) hat ihren deprimierten Freund Chris (Dave Davis) nämlich zum Aufmuntern aufs Boot ihres Liebhabers Ian (Ross Britz) eingeladen, der eigentlich auf Ashleys Freundin Sam (Melissa Cordero) scharf ist, nebenbei aber auch die zwar minderjährige aber dafür erstaunlich großbusige Kerri (Sloane Coe) anbaggert. Während die Killerfische damit beginnen, das etwas komplizierte Beziehungsgeflecht aufzulösen, versucht Park-Ranger Carley (Terri Garber), das Schlimmste zu verhindern.

Von den drei für den SyFy Channel produzierten Snakehead-Filmen (die anderen beiden sind Snakehead Terror und Frankenfish) ist SnakeHead Swamp leider der Schlechteste, mit Respektabstand. Zwar ist der Streifen immer noch bedeutend besser als die ähnlich gelagerten Möchtegern-Kult-Auswürfe der Billig-Trash-Schmiede The Asylum, aber da das nun wahrlich keine große Kunst ist, sollte man diese Aussage bitte nicht als Empfehlung für den Film mißverstehen, obwohl mit Don E. FauntLeRoy ein durchaus erfahrener Mann am Regiestuhl saß (auf seine Kappe gehen unter anderem Anaconda 3 und Anacondas: Trail of Blood). Und so läuft das Geschehen, bis auf ein paar kleine Ausnahmen, mehr oder weniger nach Schema F ab. Diverse blasse, uninteressante Figuren enden als Fischfutter im mit vielen scharfen Zähnchen bestückten Maul der mies getricksten Computerfische, und den Zuschauer kümmert das alles kein bißchen, da ihm die Charaktere im Grunde schnurzpiepegal sind. Darüber hinaus macht die ganze Chose einen eher lustlosen Eindruck; so etwas Ähnliches hat man anderweitig schon oft gesehen, meist besser, dynamischer, blutiger und/oder kurzweiliger. Immerhin zieht FauntLeRoy sein wenig originelles Tierhorrorprogramm recht straight durch, verzichtet sowohl auf ironische Brechungen als auch auf bewußt trashig gestaltete Set-Pieces. Leider scheitern seine verzweifelten Versuche, Spannung und Dramatik zu erzeugen, kläglich, besonders in den diversen, von Drehbuchautor Greg Mitchell einfallslos konstruierten "Beziehungsszenen", die im besten Falle mäßiges Seifenopernniveau erreichen.

Glücklicherweise gibt es nicht nur Negatives über SnakeHead Swamp zu berichten. Sehr schön sind zum Beispiel die Sumpflandschaften von Louisiana, mit ihrer üppigen Vegetation und ihren uralten, riesigen Bäumen. Ayla Kell ist eine süße Schnecke und hübsch anzusehen, während Ross Britz als Ian gute Chancen hat, zum Filmarschloch des Jahres gekürt zu werden. Der Bursche zieht wirklich alle Register, markiert ständig den starken Mann, prügelt sich grundlos mit Chris, gibt unaufhörlich dumme Kommentare zum Besten, versucht gegen Ende ein Boot zu klauen, läßt seine Kumpane im Stich (er schreckt nicht mal davor zurück, ihnen wenn nötig einen Schubs in die richtige Richtung zu geben, um ihrem unabwendbaren Schicksal als Fischfutter etwas nachzuhelfen), und er fischt sogar mit Dynamit. Dynamit! Der Typ hat echt keine Skrupel. Die obligatorischen POV-Sequenzen aus Sicht der Snakeheads mit Fischaugenlinse dürfen natürlich ebenso wenig fehlen wie zwei kauzige Rednecks sowie der große Showdown mit einem extragroßen Schlangenkopffisch (*). Die Idee, den dünnen Plot mit etwas Voodoo-Mumbo-Jumbo aufzufrischen, ist nicht so schlecht, allerdings langen diese Bemühungen dank der Inkonsequenz von Autor bzw. Regisseur lediglich als belangloses, schmückendes Beiwerk. Am Ende darf noch kurz die Air Force ran, deren Piloten sogar bei Kampfeinsätzen stolz ein, zwei sinnfreie Kunstflugmanöver einstreuen. SnakeHead Swamp ist klischeehaftes, wenig aufregendes und ziemlich lahmes Tierhorror-Fast-Food ohne Charme und ohne Leidenschaft, welches höchstens die anspruchslosesten Genre-Gourmands zufrieden stellt.

(*) Dieser hat allerdings massive Beißprobleme. Während seine kleinen Brüder und Schwestern problemlos Gliedmaßen abbeißen, kaut dieses Tierchen ewig lange an Ashleys Bein herum und verursacht bloß ein paar harmlose Hautabschürfungen. Traurig, oder?

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