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Nach einem Rave fährt eine Gruppe Teenies am nächsten Tag Richtung Heimat. Als sie mit ihrem Wohnmobil die Wüste durchqueren, werden sie von einem verschrobenen Tankwart gewarnt, doch trotzdem machen sie sich nicht möglichst schnell aus dem Staub, sondern suchen erst einmal ein Peyotefeld in der Nähe eines stillgelegten Stützpunktes der Armee. Es dauert nicht lange und die Partypeople treffen auf degenerierte Hinterwäldler, die sich von Menschenfleisch ernähren... Die Backwood-Kannibalen-Story ist nicht nur übersichtlich, sondern bereits in diversen Variationen in den letzten Jahren abgedreht worden, hier orientiert man sich offensichtlich ein wenig an Wes Cravens Klassiker "The Hills Have Eyes". Was zunächst neben den nichts sagenden Darstellern auffällt, sind die peinlichen Dialoge, die zudem noch in der deutschen Synchro nicht mehr für Erwachsene geeignet sind. Dass die pubertären Charaktere all das erleben, was in einem Teeniehorrorfilm halt immer so ist, überrascht hier wenig, natürlich funktionieren die Handys in der Pampa nicht und das Auto wird in irgendein Loch festgefahren. Viel Zeit opfert das schwache Drehbuch den Streitereien zweier Mädchen über ihre Körperteile, während der Kasper der Crew mit seinem ständigen "Yo man, check das mal aus"-Mist noch mehr nervt. Am liebsten möchte man den Idioten ständig "Halt die Fresse!" entgegenrufen, und das ist noch diplomatisch ausgedrückt. So vergeht eine immense Laufzeit, bis die Kannibalen aus dem Hinterland endlich in Aktion treten, doch das will auch nur schleppend überzeugen. Zum Teil liegt das an den wenig nachvollziehbaren Handlungen derer, das Making Of verrät mehr über die Charaktere, als im Film dargestellt wird. Warum die sich nun ständig von Peyote ernährend zu blutrünstigen Bestien verwandelt haben, erscheint ebenso unglaubwürdig, wie ein brav in der Wüste aufgestelltes Schild mit dem Hinweis "Unbefugte werden aufgegessen". Was soll's, Aufstand im Reservat oder die D.E.A. als Sponsor im Nacken, eine schlüssige Umsetzung wie "Wrong Turn" z.B. kommt da sogar blendend selbst ohne Hintergrund aus. Im Gegensatz zu dem wiederum sieht man hier die Klischees an Ausstattung, die solche Streifen halt brauchen, ein Knochenmobile hier, ein paar Körperteile da und die langhaarigen, verwahrlosten Killer, die alle Wände mit Fäkalien beschmieren. Das hört sich zwar eklig an, tatsächlich allerdings ist das relativ harmlos, mal abgesehen von ein wenig Spannung und mittelmäßigen Goreszenen auf den letzten Metern. Der fotografieerfahrene Regisseur Steven Taylor nutzt zur Visualisierung seiner Hölle neben dem Highway immer wieder Farbfilter, die idyllische Bilder abgeben, was etwas fehlt, ist das dreckige, kranke Flair, das schon Tobe Hoopers "Blutgericht In Texas" auszeichnete. "Hell's Highway" hängt sich sehr simpel an den Backwood-Boom der letzten Jahre an, ohne den Zuschauer ernsthaft zu fesseln, allein schon die nervtötenden Teenie-Charaktere mit ihren durchgehend dümmlichen Gesprächen weisen deutlich Richtung Kasse machen und zerstören mehrfach die netten Ansätze, bevor die sich in bedrückenden oder brutalen Szenen breit machen könnten. Auch wenn man bei Regiedebüts noch nachsichtiger urteilen kann, diese Kombination von Versagern, die sich am Set eher selbst beweihräuchern, als etwas eigenes zustande zu kriegen, sollten in irgendeinen "Big Brother"-Container weggeschlossen werden, bis sie sich gegenseitig zu Tode langweilen.

Fazit: Mehr ideenlose als höllische Wüste, schade. Da bleibt nur die Schadenfreude, denn so wird das wohl nichts mit dem großen Kassenschlager. 2/10 Punkten

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