kurz angerissen*
Wer die immer etwas verschworen wirkenden Sandler-Filme der letzten Jahre verfolgt hat, wird in „Pixels“ wieder eine familienkonformere Ausrichtung feststellen, was einerseits an Regisseur Chris Columbus liegen mag, der bisher noch nicht zur Sandler-Clique gehörte, andererseits an den weit über 80 Millionen Dollar Budget, die zu Sicherheit verpflichten. Doch die Sicherheit macht eigentlich bei der Oberfläche halt. Mag die Vervoxelung getroffener Ziele in kleine quadratische Klötzchen aus effekttechnischer Sicht auch beinahe schon originell aussehen (aber auch nur beinahe, da Michael Bays Zerstörungsorgien mit den Transformers einen ähnlich digitalen Look haben), bekommt Columbus seinen Star Sandler und sein immergleiches Schauspielerpack im Kern nicht zu greifen. Da schwirren aufwändig animierte Riesentausendfüßler, gelbe Mondgesichter und Fässer schleudernde Riesenaffen durch die Gegend, doch die Herrschaften gockeln durch die Gegend, als befänden sie sich am Set von „Kindsköpfe 3“. Kevin James wird gar zum Präsidenten hochgejazzt, was im Grunde eine dermaßen hirnverbrannte Idee darstellt, dass man sie kaum für real halten mag, zumal James seine Rolle keineswegs autoritär spielt, sondern wie ein verängstigtes kleines Kind, das mit seinem Lollipop eine ganze Süßigkeitenfabrik lahmgelegt und sich den Ärger von Willy Wonka zugezogen hat. Das greift nicht einmal mehr als Parabel auf inkompetent besetzte, hochrangige US-Ämter, so sehr ist das an der Realität vorbei – und damit wieder der typische Brachialhumor Sandlers, der selbst übrigens als körperlich aufgedunsener, schwer gealterter Antiheld in Erscheinung tritt, dessen Running Gag daraus besteht, eine Runde Zähneputzen ausgelassen zu haben.
Ein bisschen Anarchie schadet zwar eigentlich nie, hier lenkt sie aber von der eigentlichen Mission des Filmes ab, die darin gelegen hätte, den alten Pixelautomaten zu huldigen, was weniger gut gelingt. Einen Anachronismus herzuleiten, indem man minimalistische Vektorspiele einem digitalen Transfer unterzieht und sie mit modernen Computereffekten plastisch macht, kann jede halbwegs gescheite Produktion mit ein paar Milliönchen in der Hand zustande bringen; den alten Geist vermag hier aber nicht einmal der 80er-Jahre-Vorspann aufzubieten, der im Grunde ebenso bunt und stylish gestaltet ist wie die behauptete Gegenwart, nur dass es damals eben ein paar hässliche Frisuren mehr gab.
Immerhin sind ein paar der Gags dann doch gelungen und wenigstens die Pacman-Episode hat dank der (allerdings stark an „The Italian Job“ angelehnten) „Geister“ ein paar originelle Momente in petto. Die Effekte erweisen dem vorausgehenden Kurzfilm von Patrick Jean aus dem Jahr 2010 Gerechtigkeit und kurzweilig ist das Ganze auch noch, weshalb von einem Totalausfall nicht die Rede sein kann. Aber es macht sich doch Enttäuschung in der wichtigsten aller Angelegenheiten breit: Wer damals selbst in den Spielhallen die Monitore beäugt hat, bekommt von „Pixels“ kaum Flashbacks.
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