Review
von Leimbacher-Mario
Angriff der Unlustigkeit
Bei Adam Sandler muss ich immer höchste Anstrengung walten lassen, um ihm & seinen Filmen eine möglichst objektive & faire Bewertung zu ermöglichen... zu viel Lebenszeit hat er mir schon geklaut mit miesen Filmen. Doch als ehemaliger Gamer ließ mich der Trailer zu "Pixels" aufhorchen. Aliens interpretieren ins All geschickte Retro-Arcade-Games wie Pac-Man oder Centipede als Kriegserklärung & greifen uns in genau deren Gestalt an - ziemlich abgefahrene & gewagte Idee.
Leider hält der super enttäuschende Film diese Hoffnung nicht lange aufrecht & zockt eher in der gewohnten Sandler-Unterklasse anstatt eine charmante Hommage wie eine Mischung aus "Ralph Reichts" & "Independence Day" zu sein. Er will Nerds & Gamern in ein gutes Licht rücken, er will Spaß machen, er will Kevin James als Präsident verkaufen & er will auf der Retro-Welle mitschwimmen - leider geht das hohle Chris Columbus-Vehikel gnadenlos unter, misshandelt viel Nostalgie & Jugenderinnerungen. Höchstens für Familien mit unanspruchsvollen Kindern noch ein spaßiger Zeitvertreib. Für den Rest ein faules Ärgernis, dass so viel Potenzial liegen lässt...
Warum bekommt man gerade als Gamer so einen Hals auf "Pixels"? Weil man einfach zu keiner Minute das Gefühl kriegt, dass die Macher etwas Anderes als Geld im Kopf hatten. Weder Ahnung von der Sache noch Kreativität noch Herzblut. Die Effekte sind stark, die Grundidee ist selbst verschenkt noch cool & Peter Dinklage rockt. Das war es aber schon in einem Haufen falsch angeordneter Pixel. Sandler schaltet auf Autopilot ala "Klick", die meisten Gags ziehen nicht nur nicht, sie pendeln zwischen unreif, unfähig & fremdschämen. Heutzutage würde man wohl sagen, dass der "Cringe"-Faktor oft anschlägt. Spannung sucht man ebenfalls vergebens & für ein seelenloses Projekt so viel Geld & Lizenzen draufgehen zu sehen, schmerzt sehr. Will 80er sein, wäre gerne cool, wäre gerne nerdig oder hip - ist es aber in keinster Weise. Das war schon fast Sandlers aktuelles Netflix-Niveau, nur mit Megabudget. Peinlich. Nicht nur für Gamer. Im besten Fall kommt Langeweile auf (wie bei den meisten Beteiligten am Film). Im schlechtesten Fall ein mittelschwerer Wutanfall. Spätestens wenn Q-Bert sich einpinkelt oder Josh Gad ein ganzes Lied singen darf & die Bühne poppt, dann muss man sich fragen, ob das kein schlechter Traum ist.
Fazit: tolle Idee, die zu einer fast unertragbaren Beleidigung für Gamer, Nerds, ja Menschen überall auf der Welt ausartet. Game Over für Adam Sandler auf der grossen Leinwand. Retro-Missbrauch!!!