Experiment in Terror (1962) Eine schöne junge Frau kommt abends nach Hause, parkt in ihrer Garage und dann beginnt der Terror. Nur ein asthmatisches Atmen hört sie und ein Mann packt sie von hinten. „Ich weiß alles über Sie“, flüstert er. Doch er will keine Vergewaltigung, sondern Geld viel Geld. Die junge Frau ist Bankangestellte und so soll für ihren Peiniger 100.000 Dollar stehlen. „20%“ verspricht er ihr und auch wenn sie nicht tut was er sagt, dass er retour kommen wird und sie und ihre Schwester töten wird. …
So beginnt dieser Psychothriller und steht so in einer Reihe von Filmklassikern aus dieser Zeit wie Psycho, Ein Köder für die Bestie, Blutige Seide, Wenn es Dunkel wird oder Mitternachtsspitzen. Blake Edwards, als Regisseur wohl eher für seine Komödien (Der rosarote Panther, Die Party …) bekannt schuf hier einen „kleinen“ feinen Psychothriller der hier auch die eine oder andere Kleinigkeit aufzeigt die später so gerne von italienischen Giallo’s übernommen wurde. Für Lynch-Fans sicher interessant, da auch Herr David Lynch diesen Film sicher mehrmals gesehen haben dürfte (Der Name Twin Peaks, als auch Charakternamen und so manche Szene erinnert stark an den Meisterregisseur).
Zurück zum Inhalt den dieser hat es in sich. Die Hauptfiguren, nicht nur seine weiblichen Opfer auch die Polizei bzw. das FBI scheinen machtlos gegen einen Einzelnen zu sein. Dieser bedrohliche Mensch, ist zwar dem FBI sogar namentlich bekannt doch er bleibt unerkannt. Wie ein Unsichtbarer taucht er bei seinen Opfern auf, bedroht diese und fordert sein Geld. Telefonanrufen, bei denen nur sein Atmen zu hören ist, ja selbst bei der Polizei selbst ruft er an, Zettel die auftauchen und er selbst steht plötzlich sogar an öffentlichen Orten plötzlich vor bzw. hinter der Bankangestellten. Selbst Menschenmengen bieten da keinen Schutz. Die Bedrohung ist allgegenwärtig. Durch die Kaltblütigkeit und Unberechenbarkeit des Gangsters wirkt das Sicherheitsnetz dass über die beiden Damen gespannt wird, jederzeit durchdringbar. Weil Anfang der 60er Jahre das Böse nicht siegen durfte, stürzt sich gegen Ende eine ganze Horde von Polizisten auf den offensichtlich geistesgestörten Verbrecher. Übrigens ein wirklich spannender Showdown im klassischen Sinne in einem Baseball Stadium. Mitten im Film wird sogar noch offenbar, dass dieser Herr zwar schon zahlreiche andere Frauen auf den Gewissen hat aber doch ein Wohltäter für einen kleinen behinderten Jungen und dessen Mutter ist. Obwohl der Film Schwarz/Weiß ist, so sind es wohl die Charaktere nicht.
Regisseur Blake Edwards durfte sich freuen über souveräne Schauspieler wie Glenn Ford (Die unteren Zehntausend, Gilda uva ...), die hübsche Lee Remick (40 Wagen westwärts, Das Omen uva …) und eine junge Stephanie Powers (Hart aber Herzlich ua…). Als weiteres Highlight in dieser Riege kann man auch Schauspieler Ross Martin als asthmatischen Bösewicht (Darth Vader lässt grüssen) bezeichnen. Liest man den deutschen Titel so glaubt man wohl zuerst an so einen Eisenbahn Krimi, dem ist aber nicht so. Zug in diesem Sinne steht wohl eher für strategischen Zug der Polizei oder des Kriminellen.
Schade, dass Herr Edwards nicht mehr solche Thriller „Schmankerln“ in seiner Karriere abliefern sollte.