Der Werwolf steht immer noch im Ruf des latenten Straftäters, der sich über diverse Gesetze hinwegsetzt, um am nächsten Morgen meist ahnungslos zu erwachen. Dieses Phänomen wurde über Jahrzehnte oftmals erfolgreich verfilmt, was etwa 1941 mit "Der Wolfsmensch" einsetzte, mit "American Werewolf" neue Maßstäbe in Sache Make-up markierte und mit "Underworld" actionreiches Crossover hervorbrachte. Dagegen sieht das Langfilmdebüt des Regisseurs BC Furtney wie die Hobby-Produktion eines Teenagers aus.
Emma ist endlich trockene Alkoholikerin und gönnt sich eine Auszeit in der Hütte ihrer Eltern in den einsamen Wäldern von Arkansas. Als der verwegene Johnny Lee vorbei schaut, welcher angeblich von ihrem Onkel Wayne geschickt wurde, ahnt Emma noch nicht, welche Gefahr von nun an über sie beide schwebt...
"Werewolf Rising" gehört zu jenen Streifen, die Genrefans nach rund zehn Minuten durchschaut haben und ahnen, dass er mit zunehmender Dauer nicht besser wird.
Heulsuse Emma taugt kaum als Sympathieträgerin, Onkel Wayne war selbst Alki und scheint es immer noch zu sein, während Johnny Lee ein vermeintlicher Ausbrecher ist, der Emma sogleich schöne Augen macht. Ein Drei-Personen-Stück, welches lange Zeit ohne Werwolf auskommt, was folgerichtig nur anödet.
Dafür sorgen in erster Linie die realitätsfremden Dialoge, die austauschbaren Schauplätze und die spartanische Ausstattung, welche nicht über das Werwolfkostüm aus dem Theaterfundus hinauskommt. Die Krallenhand sieht noch okay aus, doch anstatt des Fellkostüms hätte man auch gleich den Rollrasen der Modelleisenbahn mit Gucklöchern versehen können, was vergleichsweise effektiver gewesen wäre. Für ordentliches Blutvergießen sorgt das Monster ebenfalls nicht, - angedeutete Bisswunden, blutige Striemen und vereinzelte Einschüsse rechtfertigen beileibe keine FSK18.
Zum miesen Gesamteindruck gesellt sich auch der Score, da das Titelthema zwar wie Carpenter in seinen besten Zeiten klingen möchte, dabei jedoch so nervig eindimensional ausfällt, als würde ein Dreijähriger auf einem Flügel den tiefsten Ton suchen. Schwache bis komplett unglaubwürdige Darstellerleistungen sind ebenfalls auszumachen, selbst ein Bill Oberst Jr. kommt in einer Nebenrolle kaum über Mittelmaß hinaus.
Und so langweilt die Produktion von der ersten bis zur knapp 80. Minute, obgleich nach dem Abspann noch eine Szene auszumachen ist, welche wohl so etwas wie eine Pointe darstellen sollte. Demgegenüber kann von Action oder gar Spannung keine Rede sein, die zuweilen abrupten Szenenwechsel unterstreichen das amateurhafte Niveau und Atmosphäre kommt im 08/15-Wald mit zeitweiliger Egosicht des Monsters per Rotfilter schon gar nicht auf.
Ein klarer Fall für den Restmüll,
2 von 10