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Yeah, Dr. Jekyll und Mr. Hyde in der Sleaze-Fassung. Wirklich unglaublich was man hier aus Robert Lewis Stevenson Geschichte ersonnen hat. Im Zentrum der Geschichte steht Dr. Leeder, der zwar eine Freundin hat, aber in jeder freien Sekunde seine Assistentin vögelt. In einem Antiquitätenladen findet er ein Buch mit den Aufzeichnungen von Dr. Jekyll, der sich nach Einnahme eines selbstgebrauten Trankes in den sexgeilen Mr. Hyde verwandelte. Als Chris in seiner Praxis das Getränk herstellt, verwandelt er sich stattdessen in eine attraktive Mrs. Hyde...
Soviel zu dem was von Stevensons Geschichte, die hier gnadenlos als Grundlage für jede Menge Sex und etwas Gewalt herhielt, übrig blieb, wobei aber durchaus ein paar interessante Ansatzpunkte für Tiefergehende Interpretationen gegeben sind. So sehen wir in zwei Rückblenden wie sich Dr. Jekyll in Mr. Hyde verwandelt und auf der Suche nach Frauen die Stadt durchstreift. So trifft er auf eine Prostituierte mit der er sich auf seine Weise vergnügt: Nach anfänglichem auspeitschen wird die Gute ans Bett gefesselt und nach dem Versprechen, sie nach dem Akt der Ekstase wieder freizulassen, hat sie sogar gefallen am Liebesspiel. Mr. Hyde ist allerdings noch nicht ganz befriedigt und als Höhepunkt rammt er ihr schließlich einen Schürhacken in die Vagina. Dr. Jekyll und auch Dr. Leeder, vor seiner Verwandlung, stehen da im Gegensatz für die Biedermänner, die den Sexualakt noch auf altmodische Weise praktizieren, während Mr. und Mrs. Hyde diverse Fetische und Abarten sexueller Lust (SM, Lesbensex etc.) verkörpert. Ob dies im Skript so gedacht oder eher durch Zufall entstand ist fraglich.

Die Story an sich ist natürlich Mumpitz, wobei ein trotteliger Cop, der den Mord am Antiquitätenhändler aufzuklären versucht, den Vogel abschießt. So erkennt er an den Würgemalen, dass dieselben von einem Mediziner zugefügt wurden. Bei einer Hausdurchsuchung wird mal nur ein flüchtiger Blick in ein Zimmer geworfen und dann gleich wieder abgezogen.

Gewalt gibt’s natürlich auch, vor allem wenn Mr. Hyde zu Tate schreitet. Der oben erwähnte Missbrauch eines Schürhackens und natürlich auch die Peitschenhiebe sorgen für eine gewisse Härte.

Gedreht wurde an einer Handvoll Locations, die alle sehr billig aussehen. Als Arztpraxis dient ein Schlafzimmer (und natürlich ein Badezimmer für feucht fröhliche Spiele mit der Assistentin), wobei die Rezeption im Gang aufgebaut wurde.

Die Musikuntermahlung ist dafür recht ordentlich und passt perfekt zu dem sleazigen Film. In den 70ern wurde bei Pornos (und solchen Filmchen) eben noch wert auf ordentlich Musik, passend zu den rhythmischen Bewegungen der Darsteller, gelegt.

In den USA bekam der Film das weniger lukrative (was bei diesem Film wohl keine Rolle gespielt haben dürfte) X-Rating; kein Wunder, denn es wird wirklich recht viel gevögelt. Hardcore gibt’s zwar keinen, aber dafür jede Menge Bären (willkommen in den 70ern) und ab und an hüpft auch ein Penis durchs Bild.

Robert Lewis Stevenson dreht sich, angesichts dieser Verfilmung, sicher im Grabe, Freunde des schlechten Geschmacks dürften aber voll auf ihre Kosten kommen.

7/10

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