Review

Ein ungewöhnlicher und optisch interessanter Horror/Mystery-Thriller alter Machart präsentiert sich uns mit dieser spanisch/amerikanischen Co-Produktion.
Dabei verfolgt die Geschichte eine eher Horror-untypische Erzählweise und verzichtet auch weitgehend auf oberflächliche Schocks. Obskurer Weise entfaltet die Handlung zeitweise eine recht britische Atmosphäre.
Eben diese Handlung soll hier nur kurz umrissen werden:
Alles dreht sich um die mythisch-magische Ikone des Scarabäus, ägyptischer Kult um Tod und Auferstehung. Ein Forscher möchte dem Käfer seine Geheimnisse entlocken und verschwindet anscheinend nach einer Explosion im Labor. Doch er steht im Zusammenhang mit einer Sekte, welche die Macht des Scarabäus nutzt, um den Lauf der Welt zu verändern... Ein hartgesottener Journalist nimmt die Fährte des Totenkultes auf, und gerät in einen Alptraum aus Zauber und Fluch, Fetisch und Magie.

Was sich hier noch relativ verständlich anhört, wird im Film mit vielen anscheinend zusammenhangslosen Szenen und Traumbildern erzählt. Die Geschichte verliert sich zeitweise im Trip, um dann wieder in spröden Dialogszenen zu landen. Der Spannungsbogen ist nicht zum Zerreißen gespannt, langt aber. Große Effekte werden dabei nicht aufgefahren. Das bescheidene Budget ist offensichtlich, hindert die Produzenten aber nicht daran, teilweise dick aufzutragen. Einige simple Kameratricks sind somit etwas angestaubt, aber immer noch wirksam. Auch beim Blutgehalt hält man sich zurück, die story, so phantastisch und sprunghaft sie auch sein mag, steht im Vordergrund.
Dabei amüsiert uns der Streifen mit einigen absurden Szenen und einem humoristischen Unterton, welcher jedoch nicht störend wirkt. Einzig das unspektakuläre und abrupte Ende fällt negativ auf.

Scarabäus ist somit alles Andere als ein "normaler" Horrorfilm oder gar 08/15-Slasher. Auch den thematisch leicht verwandten Gothic-Horror oder den Standart-Geister-Grusel klammert der Stil des Films aus. Am ehesten ist noch eine Verwandtschaft zum südeuropäischen Horror/spanischen Trash zu finden, in Verbindung mit dem amerikanischen Krimi/Abenteuer-Sujet.
Der einzige Film des Regisseurs Jaffe ist jedenfalls eigenwillig und unterhaltsam inszeniert, und lohnt durchaus eine (wieder) Entdeckung. 7/10

MovieMadness

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