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Der Film erzählt den Aufstieg von Rapper Eminem (Jimmy „B-Rabbit" Smith, Jr.), also wie aus einem, aus der Unterschicht von Boston stammenden Fließband-Arbeiter schließlich ein weltbekannter Rap-Star wurde.

Nachdem Madonna und Paris Hilton bereits zeigten, dass nur wenige Quereinsteiger den schauspielerischen Ansprüchen Hollywoods gerecht werden können und, dass Hollywood wohl noch lang auf einen zweiten Frank Sinatra warten muss, versucht sich auch Eminem außerhalb als Schauspieler. Eminem hat es eigentlich sogar noch etwas leichter, da er sich selbst spielen muss und sich deshalb wohl kaum tiefer in den Charakter hineindenken muss. Er ist zwar nicht ganz so schlecht, wie ich ursprünglich gedacht hatte, aber mehr als solide ist seine Leistung, die irgendwo zwischen Musik-Clip und Fernseh-Serie liegt auf gar keinen Fall. Er ist alles in allem viel zu emotionslos, womit man bei diesem Werk schon einmal alle emotionalen und dramatischen Szenen eher vergessen kann. Bei den Rap-Szenen sieht man ihm an, dass er immer noch Spaß an dieser Musik hat und, dass er früher vermutlich wirklich seine einzige Selbstverwirklichung in der Musik sah, aber mit ein paar kleinen Szenen kann man eine mäßige Gesamt-Leistung leider nicht wett machen. Mit Kim Basinger und Brittany Murphy stellt man dem Musiker immerhin 2 erfahrene Darstellerinnen zur Seite, wobei Basinger nach ihrer desolaten Leistung in "Die Prophezeiung" froh sein kann ,dass sie überhaupt noch einmal eine größere Rolle bekommen hat, dafür ist Brittany Murphy um so besser.

Da Eminem selbst an "8 Mile" beteiligt, bleibt leider auch nicht aus, dass er überaus stark idealisiert dargestellt wird, damit am Bild der Rap-Legende nicht gekratzt wird. Stellenweise sind die Lobeshymnen dann doch zu groß und ohne eine weitere Verfilmung des amerikanischen Traums hätte sich die Welt vermutlich auch weiter gedreht. Stellenweise mag der Film ganz interessant sein, zumal die Erfolgsgeschichte des Rappers schon recht beeindruckend ist, aber diese hohe Idealisierung stört wirklich die ganze Zeit über. Die einzelnen Charaktere sind solide konstruiert und vor allem die Familie des Rappers wird ordentlich dargestellt, aber wirklich vielschichtig ist das Ganze leider nicht.

Da Eminem die Musik zu seinem Film schrieb und inszenierte, handelt es sich selbstverständlich um seinen Rap, der sogar mit dem Oscar prämiert wurde. Die Rap-Szenen werden ordentlich präsentiert und die Battels erinnern sehr an die Kampfszenen in "Rocky". Die Battels sind zugegebenermaßen gut gemacht und die Musik wird hervorragend choreographiert, aber ich glaube nicht, dass man "8 Mile", das selbst den Anspruch erhebt ein Drama zu sein, deshalb wesentlich besser bewerten sollte, nur weil ein paar Musik-Szenen gut gemacht sind. Ansonsten ist die Regie-Arbeit von Curtis Hanson eher dürftig, die Kulisse des Arbeiterviertels von Boston mag noch ganz gut sein, da aber, da der gesamte Fokus des Films auf den Rap-Einlagen liegt, ist er einfach relativ langweilig, zumal die Story sowieso schon bekannt und somit vorhersehbar ist. Der Film wird somit zu keinem Zeitpunkt spannend und ist nur mäßig unterhaltsam. Bis auf die Musik ist der Film absoluter Durchschnitt und liegt kaum jenseits der Stereotypen. Nachdem er mit "L.A. Confidential" und "Am wilden Fluss" gute Filme liefern konnte, enttäuscht Regisseur Hanson, zumal er die Hauptrolle erst gar nicht mit Eminem hätte besetzen sollen.

Fazit:
Noch eine ideenlose und auf wahrer Begebenheit basierende Verfilmung des amerikanischen Traums hätten wir doch wirklich nicht gebraucht. Darüber hinaus nerven bei "8 Mile" die starke Idealisierung der Hauptfigur und die mäßige Darstellung Eminems. Durch die gut dargestellten und choreografieren Rap-Szenen und die starke Darstellung von Brittany Murphy landet der Film trotz seines durchschnittlichen Unterhaltungswerts im soliden Mittelmaß, mehr aber auch nicht. Eher für Rap-Fans empfehlenswert.

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