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Der Riesenerfolg des MCU treibt wirklich seltsame Blüten. Captain America, Iron Man, Hulk, Thor, das sind alles bekannte Helden, so dass es wenig überrascht, dass das auch im Kino funktioniert (ein Film mit Superman und Batman waäre auch… oh. Okay, ein Selbstläufer ist das dann wohl doch nicht). Aber dass dann auch Helden wie die Guardians oft he Galaxy oder eben Ant Man eigene Filme, überrascht doch ein wenig. Hank Pym, der originale Ant Man, ist in den Comics ein wichtiger Bestandteil der Avengers (sein Rolle, die des genialen Wissenschaftlers, wird ja in den Filmen von Tony Stark übernommen), hat aber alleine nie groß was gerissen. Das Konzept (ein Mensch, der schrumpft und auf Ameisen reitet) wirkt auch wenig spektakulär und eher lächerlich.
Der Film macht daraus eine Tugend und nimmt eine 08/15 Handlung (hochtalentierter Mann auf schiefer Bahn wird zum Helden) und bricht sie immer wieder ironisch, um dem Film Leichtigkeit zu verleihen (nach dem schweren Age of Ultron, in dem ganze Städte geshreddert wurden, auch mal nötig). Paul Rudd als Kleinganove, der an den Anzug kommt, spielt unauffällig, aber mit genug Selbstironie, so dass das Ganze funktioniert. Schauspielschwergewicht Michael Douglas bereichert den Film mit einer augenzwinkernden Vorstellung, der Gegner ist eine Lex Luthor Parodie. Die Handlung ist von Anfang bis Ende bla, eingestreut werden ein paar Anspielungen auf den Rest des Universums (Tonys Vater, Peggy Carter, Falcon), fertig ist der leicht bekömmliche aber nicht besonders nahrhafte Mix. Das Finale ist herrlich absurd, der emotionale Kern (Vater-Tochter-Beziehungen) ist nicht originell, aber überzeugend und wird kompetent eingesetzt (schön, dass der neue der Ex des Helden mal kein totaler Schwachkopf ist).
Die Effekte sind recht gut, auch wenn mich die Ameisen nicht so ganz überzeugen konnten. Der Film ist eher ein Randprodukt und bleibt sowohl von den Schauwerten als auch von der Gravitas her hinter den letzten starken Einträgen (Thor 2, Cap 2, Avengers 2), hat mir persönlich aber mehr Spaß gemacht als die etwas sperrigen Iron Man Teile. Das Universum wird um eine liebenswerte Figur bereichert und die zwei Stunden vergehen schnell. Mehr sollte man von dem Film nicht erwarten, aber das ist mir dann doch lieber als die narrativ völlig verfahrene Megamanie von Dawn of Justice.
Sechs von zehn Ameisenbären

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