Wieder son Arthousekram, den man wohl wieder individuell interpretieren kann.
In Irland muss man, wenn man zu lange Single ist, in ein Hotel mit anderen Singles ziehen. Dort hat man dann einige Wochen Zeit, einen Partner zu finden, ansonsten wird man in ein Tier seiner Wahl verwandelt und in der Natur ausgesetzt. Farrell findet dort nach einiger Zeit eine Frau, die ihn aber schon bald bei der Hotelleitung melden will und von ihm mithilfe eines Zimmermädchens in die "Verwandlungskammer" gebracht wird, anschließend flieht er. Er stößt zu einer Gruppe von Leuten, die aus dem Hotel geflohen sind und auf die die Hotel-Singles regelmäßig Jagd machen. Dort findet er seine "wahre Liebe".
Im Prinzip ist das Ganze wohl ein Abbild der heutigen Situation, die durch Datingportale, Speeddating usw. nicht wirklich besser wird. Es geht eigentlich nicht um die Persönlichkeit, sondern nur um irgendwelche Gemeinsamkeiten, die man sich zur Not auch zusammenfaket, Hauptsache, man passt irgendwie zusammen. So schafft es einer von Farrells Mitstreitern, durch selbst provoziertes Nasenbluten eine Frau zu "heiraten", die wirklich darunter leidet. Farrell selbst gibt hingegen vor, ein eiskalter Soziopath zu sein, um die Frau für sich zu gewinnen, die niemals lacht. Ein Schlüsselmoment ist hier der Suizidversuch einer Frau, die ihn gut fand, und die nun nach einem Fenstersturz vor den beiden am Boden liegt und sich vor Schmerzen mit zerschmetterten Gliedmaßen windet; Farrell und die andere Frau kommentieren das Ganze gehässig und abwertend. Farrell fliegt aber letztendlich auf, als sie seinen Hund, der mal sein Bruder war, im Bad ausweidet und er zu heulen anfängt.
Auch das tägliche Treffen im Ballsaal, wo neue Pärchen offiziell verabschiedet werden und das Personal typische Situationen nachspielt, die für Paare immer besser zu sein scheinen, sollen den Singles ein Gefühl von Abnormalität und Sonderlingstum suggerieren. Auch die Abwesenheit jeglicher Gefühle (etwa wenn Farrell mit seiner "Frau" so pennt, wie's ein Paar tun dürfte, das bereits 50 Jahre verheiratet ist oder der traurige Unterton in den stets völlig monoton und beinahe depressiv vorgetragenen Dialogen) spricht dafür, dass in der hier gezeigten Welt vieles nicht normal läuft. Die zweite Hälfte innerhalb der Gruppe hab' ich aber dann nicht mehr wirklich gecheckt. Hier dürfen keine Partnerschaften gebildet werden und es scheint nur darum zu gehen, als Gruppe zu existieren und letztendlich auch allein zu sterben - jeder muss sein eigenes Grab schaufeln, weil er im Fall der Fälle von den anderen zurückgelassen würde. Möglicherweise handelt es sich hier um den krassen Gegenentwurf zur Verlogenheit im Hotel. Quasi die These "vertraue nur dir selbst und so stark deine Sehnsucht auch sein sollte, du wirst eh nie glücklich und verreckst letztendlich einsam und keinen Arsch kümmert's", also heftig nihilistisch.