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Ein schlechter Tag für den Zoowärter Jim Duffy: da muss die ultra-geheime Rakete des Militärs mit neuartigen Nanorobotern doch ausgerechnet in das Adventure Land abstürzen! Die Nanobots übernehmen die Kontrolle über das nächste organische Lebewesen – ein riesiges Krokodil, das sich daraufhin in eine noch gefährliche Killermaschine, halb Roboter, halb Krokodil, verwandelt und nur noch ein Ziel kennt: töten! Im nahegelegenen Schwimmbad läuft gerade die größte Party des Jahres und es dauert nicht lange, bis Robocroc dort zuschnappt und sich der Pool blutrot färbt! Duffy ist nun der Einzige, der das Krokodil stoppen kann.

Im Tierhorrorgenre ist mittlerweile wohl eine Menge an Fantasie gefragt, um die Zuschauer überhaupt noch hinter dem Ofen hervorlocken zu können. Hier purzeln also ein paar Nanobots aus einem Militärexperiment durch Absturz in einen lokales Tiergehege (das vermutlich auch mal wieder in Bulgarien liegt, wenn man die Namen aus den Credits mal analysiert) und verwandeln dort ein arglos dort pennendes Krokodil in einen animalischen Terminator, der fortan durchs Gelände streift und die Besucher dezimiert. Ja, das macht Sinn und läßt die Sharknado Streifen schon beinahe wie eine wissenschaftlich sorgsam recherchierte Dokumentation wirken.
Allein schon der Titel läßt aber die Erwartungshaltung noch ein paar Stockwerke tiefer sinken, dazu kommt noch Corin Nemec, dessen Karriere er offensichtlich in diesem Genre ausklingen läßt (den ich aber trotzdem noch gerne sehe und der hier wenigstens noch für ein wenig Humor und Selbstironie bemüht ist) und nicht zu vergessen natürlich das TV-Format, das exzessive Gewalt natürlich auch nicht zuläßt. Im Gegenteil, die CGI ist so schwach programmiert, das man sich nicht einmal eine vernünftige Interaktion mit der Realwelt erlauben konnte. Ich hatte mich eigentlich schon auf den Fight Croc gegen Löwe oder das Dezimieren der hohlen Teenie Nüsse im Wasserpark gefreut, allerdings mußte dies wohl offscreen geschehen und man bekommt nur als Ergebnis ein paar liegende Komparsen mit Kunstblut überschüttet zu sehen.
Überhaupt zeichnet sich der verkappte HAL Robo mit Krokolederschuhen durch billigste Pixel Arbeit aus, die für das Produktionsjahr 2013 eigentlich verboten gehört. Man achte nur mal darauf wie unnatürlich die Wellen aussehen wenn das Viech auf- oder abtaucht ganz zu schweigen von dem zunehmend blechernen Exoskelett. Allerdings ist diese traurige Ansammlung von Bits und Bytes längst nicht der schlechteste Darsteller, sondern der Preis gebührt wahlweise irgendeinem von dem beknackten Jungvolk in Badekleidung, denen man wohl offiziell die Daumen drücken soll, zumal einer der Blagen auch der Sohn vom Heldentierpfleger Nemec ist, ich aber dankbarer war als Schnappi die Gören weggesnacked hat.
Dazu gibt es dann noch gleich zwei Love Stories abzuarbeiten, gähn, das Militär das alles vertuschen will, doppelgähn und natürlich auch das Hochsprung Monster, das einen Helikopter mit nano-gestärkter Beinmuskulatur aus der Luft pflückt, was man inzwischen ja auch schon öfter gesehen hat. Robocroc bleibt da einfach nur blah, weder spannend noch blutig noch trashig-schön, sondern einfach nur der übliche Monster Heuler von der Stange, den einfach niemand braucht.
3/10

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