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In der großstädtischen Nachbarschaft fährt ein Dämon in das 14jährige Mädchen Regan (Linda Blair). Ihre Mutter (Ellen Burstyn) sucht zunächst Hilfe von medizinischer Seite, doch nichts scheint dem Mädchen helfen zu können, die "Krankheit" zu überwinden. Nach eindringlichen Beobachtungen rät man der verzweifelten Mutter, sich doch vielleicht an die Kirche zu wenden, da das bizarre Treiben der Tochter durchaus von religiösen Anspielungen geprägt ist. Schließlich nehmen sich der starke Pater Karras und der professionelle Teufelsaustreiber Merrin (Max von Sydow) der Sache an...

Sicherlich können viele mit dem Film nichts anfangen - doch in diesem Falle würde ich nicht ganz verstehen, warum. Gut, Gorehounds nagen eher am Hungertuch, doch ansonsten hat "Der Exorzist" wahrlich alles zu bieten, was einen tiefgründigen, subtilen, spannenden Horrorfilm ausmacht. Das Grauen dringt hier ganz still in eine harmonische Familie ein, die in einer ruhigen, fast schon verschlummerten Gegend wohnt - auch wenn das Privatleben der Mutter und Schauspielerin nicht einwandfrei intakt ist - die Rolle der allein erziehenden Mutter würde diese mit Sicherheit bei einem solch unschuldigen und unkomplizierten Kind nicht überfordern, doch was ist, wenn in diesem Kind plötzlich ein Dämon zu Hause ist, der dazu in der Lage ist, mit Telekinese, roher Magiewirkung und einem Schandmaul, was sich gewaschen hat, sein Umfeld in eine Lage zu versetzen, in der es mit Sicherheit noch nie war?
Das Bekämpfen des Teufels ist eine wahre Tortur für alle Beteiligten und geht auch nicht ohne Opfer von statten. Auch ohne das verzerrte, entstellte Bild des vormals unschuldigen Mediums in der Kamera schafft es Friedkin, durch intelligente Schauplatzsymbolik und geschickt plazierte kleinere Schocker, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Dieser Film zählt zu den gruseligsten aller Zeiten und erweist sich bis heute noch mehr als ein Geheimtipp als ein schales Mainstreamobjekt ohne das nötige Knistern.

Und trotz allem: wer diesen Film nicht kennt, darf sich nicht nur Horror-Hühnchen, sondern auch Filmlusche nennen. Hochspannung, religiöse Mystik und Schauer pur, dazu intellektueller Anspruch und haufenweise doppeldeutige Dialoge. Nichts für schwache Nerven!

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