Es ist ein ganz besonderes Zimmer. Schon durch die geschlossene Tür hört man unfassbares. Eine unmenschliche Stimme stößt obszöne Flüche aus, droht, gurrt, bettelt, keift. Und als sich die Tür öffnet, sieht man auf dem Bett ein zwölfjähriges Mädchen sitzen. Seine Gesichtszüge sind grotesk entstellt, voller Wunden, Narben und eitriger Geschwüre. Kerzengerade sitzt das Mädchen namens Regan (Linda Blair) im Bett, und beginnt sich ihr Kopf zu drehen. Weiter und weiter – um schier unmögliche 180 Grad. Knirschend verhaart er plötzlich in seiner angestammten Position, um ein infernalisches Lachen auszustoßen.
Kurz zur Story: Die zwölfjährige Regan McNeill leidet unter hysterischen und starken Krämpfen begleitenden Wutausbrüchen. Als ihre Mutter Chris (Ellen Burstyn) ärztliche Untersuchungen mit ihr durchführen lässt, sind die versammelten Ärzte ratlos und hilflos. Als ihre Anfälle stärker werden und schließlich eskalieren, sucht die Mutter Hilfe katholischer Geistlicher. Die beiden Jesuitenpater Merrin (Max von Sydow) und Damien Karras (Jason Miller) stellen bei Regan teuflische Besessenheit fest und führen bei ihr den klassischen Exorzismus durch. Es entbricht der alte Kampf zwischen Gut und Böse.
"Der Exorzist" gehört zweifellos zu den ganz großen Klassikern des modernen Horrorfilms. Die Geschichte der jungen Regan, die vom Teufel besessen ist, wurde ein gigantischer Erfolg und spielte zu seiner damaligen Zeit Millionen ein. Regisseur William Friedkin ("Die Stunde des Jägers", "Leben und Sterben in L.A.") verstand es geradezu perfekt, eine dermaßen bedrückende Stimmung und Atmosphäre von absolutem Grauen und Entsetzen zu erzeugen, was bei infarktgefährdeten Personen sicherlich für Herzflattern sorgen würde. Die unheimliche Musikuntermahlung wurde an den passenden Stellen klasse eingesetzt und zudem tun die Schockeffekte ihr übriges. Die legendäre Kopfdrehszene, das Erbrechen von literweise grünem Schleim und die an der Decke schwebende Regan sind die wohl effektvollsten Szenen aus diesem okkulten und absolut grandiosen Schocker.
Linda Blair ("Exorzist 2 – Der Ketzer") zeigt in ihrer Rolle der vom Teufel besessenen Regan für ihre damals erst zwölf Jahre eine herausragende Leistung und erwies sich als Idealbesetzung. Max von Sydow ("Conan - Der Barbar", "Minority Report") ist alter Pater Merrin ebenfalls die perfekte Besetzung und ist hier in seiner vielleicht besten Rolle zu sehen. Und bei Ellen Burstyn ("Requiem for A Dream") als Regans Mutter gibt es auch nichts auszusetzen, so dass man mit den schauspielerischen Leistung vollauf zufrieden sein kann.
Regisseur William Friedkin inszenierte einen grandiosen Horrorthriller, der bei seiner damaligen Aufführung die Zuschauer schockierte und in graues Entsetzen brachte. "Der Exorzist" ist ein gruseliger, bedrückender, schockierender und Gänsehautstimmiger Klassiker mit fantastischen Darstellern.