Max von Sydow treibt auf kultigste Weise den Teufel aus
Story:
Das kleine Mädchen Regan (Linda Blair) wird von einem Dämon heimgesucht. Die verzweifelte Mutter Chris weiss sich nicht zu helfen und geht mit ihr zu verschiedenen Ärzten. Doch auch sie sind ratlos. Da wendet sie sich an die Kirche, doch der lokale Pfarrer Damien Karras steckt in einem Glaubenskonflikt und kann ihr nicht helfen. Dennoch sammelt er Beweise für eine Besessenheit und übergibt sie der Kirche. Und die schickt Jesuitenpater Merrin zu dem Kind. Schon einmal hat er einen Exorzismus durchgeführt und wäre dabei fast gestorben......
Unheimlich wird der Zuschauer in den Film eingeführt. Minutenlang wird der Fil , für den Zuschauer ohne Orientierung, in einer fremden Umgebung gestartet, der quasi wie man erst später erfährt, die Einleitung für Merrin ist. Danach wird einem die Familie vorgestellt, in der anfangs noch alles sorgenfrei ist. Doch langsam aber stetig schreitet das Grauen voran, bis es dann zum finalen Exorzismus kommt. Immer wieder zeigt der Film während des Showdowns sein Talent in den unmöglichsten Situationen Schockmomente hineinzuschieben, die ihre Wirkung nicht verfehlen.
Musik:
Bis auf das bekannte Theme, die Anfangs- und Endmelodie, stehen hier eher Umgebungsgeräusche oder mysteriöses Grummeln im Vordergrund. Meist lebt der Film von einer unheilgeschwängerten Musikuntermalung die aus undefinierbaren Geräuschen besteht.
Atmosphäre:
Atmosphärisch ist der Film ein Meilenstein, auch wenn er nach der Einführung ein paar kleine Spannungseinbrüche besitzt, kann er im Ganzen überzeugen. besonders der finale Exorzismus geht dem Zuschauer in Mark und Bein über. Nach den ersten Symptomen und Geräuschen bleibt bei keinem Zuschauer das Kribbeln aus. Man wartet förmlich darauf, dass was passiert. Der religiöse und mystische Tick des Films wird durch den vom Glauben abgefallenen Priester noch verstärkt. Ein wenig zäh wirkt der Film nur bei der Vorstellung der Charaktere, wo man sich vor allem fragt, wieso der Polizist so ausführlich vorgestellt werden muss. Übel und nicht für jüngste Ohren geeignet sind auch Regans Ausraster, die Schimpfwörter sind alles andere als jugendfrei und ihre stetige Veränderung wird jeden Zuschauer danach schlecht einschlafen lassen.
Schauspieler:
Max von Sydow überzeugt hier in seiner Kultrolle als älterer Priester, der als einer der wenigen schon mal dieses Ritual durchgeführt hat. Sein Alter und die damit verbundene Gebrechlichkeit spielt von Sydow überraschend zurückhaltend, so das Platz für das besessene Mädchen und Ihre Taten ist. Er nimmt als Austreiber nur eine Nebenrolle wahr, obwohl ihm eigentlich die Hauptrolle zusteht. Seine Stärke ist in seiner Sensibilität gegenüber der Rolle und dem Thema.
Für ihr Alter überzeugend ist auch Linda Blair. Was dieses damals noch recht junge Mädchen für eine Leistung hinlegte ,ist beeindruckend. Durch ihr Make-up und ihre fiesen Sprüche spielt die kleine alle anderen Figuren lockern an die Wand.
Fazit:
Kultiger atmosphärischer Horrorfilm, der aber schon leicht angestaubt ist. Dennoch der beste Film zum Thema Exorzismus. Nach dem Film wird hier niemand gleich einschlafen können. Über ein paar zähe Momente und eine zeitlang lahmende Story kann man da getrost hinwegsehen.