„Der Exorzist“, ein zeitloser Horrorklassiker, der immer noch an den Nerven zehrt!
Directors Cut oder nicht, der Film ist einzigartig und abgrundtief düster.
Die zwölfjährige Reagan (Linda Blair) ist ein ganz normales Mädchen. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter (Ellen Burstyn), eine bekannte Schauspielerin und dem Hauspersonal in einer luxuriösen Villa in Georgetown. Doch Reagan weist zunehmend Verhaltensauffälligkeiten auf, was ihre Mutter beunruhigt. So wird sie zu verschiedenen Ärzten geschleppt und muss unzählige Untersuchungen über sich ergehen lassen, damit schlussendlich festgestellt wird, dass keine (Hirn)organische Beeinträchtigung dieses Verhalten provozieren kann. Reagan wird nicht nur Aggressiver, sondern auch ihr Erscheinungsbild wird zunehmend unheimlicher. In ihrer Verzweiflung sucht die Mutter Reagans Hilfe beim Pfarrer Damien Karras (Jason Miller), der in Sachen Psychologie bewandert ist. Er kann ihr zunächst nicht glauben das ihre Tochter von einem Dämon besessen sein soll, doch als er Reagan sieht und ihre fremdartige Stimme vernimmt, die fließend Latein spricht und Sachen offenbart von denen Reagan nichts Wissen kann, kommt er zu dem Schluss, dass sie Besessen sein muss.
Karras, der selbst keine Erfahrung im Exerzieren von Exorzismen hat, ruft Pater Lancester Merrin (Max von Sydow) zur Hilfe, damit der Dämon erfolgreich ausgetrieben werden kann!
Ein erbitterter Kampf zwischen den Geistlichen und der besessenen Reagan beginnt!
„Der Exorzist“ lässt sich mit dem Aufbau von Spannung viel Zeit, um seine Charaktere vorzustellen. Es wird vor allem die Relation der Mutter zu ihrer Tochter dargestellt und wie die kleine Reagan sich kontinuierlich verändert und auffällige Verhaltensweisen an den Tag legt. Langweilig ist das in keinster Weise, sondern essentiell für den Aufbau der Spannung. Ansonsten wäre „Der Exorzist“ zu einem genial gemachten Trash-Streifen ohne Hand und Fuß verkommen! Ellen Burstyn meistert ihre Rolle als Verzweifelte Mutter außerordentlich gut, doch gegen die außergewöhnliche schauspielerische Leistung Linda Blairs kommt sie nicht an.
Ebenso wenig kommen Jason Miller und Max von Sydow gegen sie an. Blass wirken sie jedoch keinesfalls! Blair hat nun mal die Hauptrolle und die Effekte auf ihrer Seite, da kann man an den anderen Darstellern rumnörgeln wie man will, doch zutreffend ist das keinesfalls.
Wie schon gesagt, Linda Blair fasziniert und schockiert zugleich. Die schauspielerische Ausdruckskraft in einem zarten Alter von 13 Jahren ist bewundernswert.
1973- Ein historisches Jahr für den Horrorfilm! Für die damalige Zeit brach „Der Exorzist“ ein unangetastetes Tabu des Films: Direkte Blasphemie und das von einem unschuldigen Mädchen geäußert. Die autoerotisch- masochistische Schändung ihrer selbst mittels eines Kreuzes mit der blasphemischsten Äußerung der Filmgeschichte, sorgten für kontroverse Debatten über diesen Film.
Ich muss mich trotz meiner Begeisterung für diesen Film und der respektablen, ja sogar genialen Leistung, Linda Blairs auch kritisch zu „Der Exorzist“ äußern.
Linda Blair war zu Beginn des Drehs 13 Jahre alt und man fragt sich als „scheinreflektierter“ Mensch dann doch einmal, was in ihrem Kopf vorgehen musste, als sie die Regieanweisung bekam „Lass Dich von Jesus f..... !“ zu sagen. Die Szene, in der sie sich selbst im Intimbereich verstümmelt, kann ja gedoubelt sein, aber die Szene in der sie Ellen Burstyn den Kopf zwischen ihre Beine presst ist vermutlich nicht gedoubelt. Es mag hypersensibel klingen das ich gerade mein Augenmerk auf das junge Alter der Darstellerin richte, aber ich bin der Ansicht das man Kindern so etwas nicht zumuten kann, zumindest nicht mit 13 Jahren. Natürlich werden viele sagen, „ja aber am Set ist doch eine ganz andere Atmosphäre und das sieht ganz anders aus und man hat mit ihr darüber gesprochen... .“
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies nur zum Teil zutrifft! Um eine gelingende Szene zu schaffen muss man die Kameras, Licht- und Tontechniker und alle anderen die nicht aktiv involviert sind, ein Stück weit vergessen, um seine Rolle authentisch zu spielen. Auch Blair musste sich mit dem Charakter von Reagan identifizieren, sonst hätte sie nie so grandios gespielt!
Dies ist der einzige Makel, der sich mir bei „Der Exorzist“ präsentiert. Aber subjektiv wiegt er schwer, darum kann ich auch nur 5 Punkte geben, weil ich ein stückweit Kindesmissbrauch in diesem Film sehe, was ich nicht gut heißen kann (ganz Subjektiv!)!
Blendet man dieses Störende, aber leider gar zu manifeste Problem des Films aus, so ist er 10 Punkte wert. Ohne Zweifel, denn Idee, schauspielerische Leistung (speziell die von Linda Blair) und Atmosphäre sind der Perfektion sehr nahe!!!
Fazit:
Ein absolut sehenswerter Film, auch jetzt, nach 33 Jahren, schockiert dieser Film noch!!!
Kritisch sollte man ihn vielleicht dennoch unter dem Aspekt des Alters der Hauptdarstellerin sehen. Man denke einfach mal zurück als man selbst 13 war und was einen da beschäftigte, vielleicht wird dann meine Kritik nachvollziehbarer.
10 + 5 = 15 / 2 = 7,5 + Subjektivität = knappe 7 Punkte !