Ein vom Teufel besessener Teenager, ein nicht mehr an Gott glaubender Priester, wackelnde und schwebende Betten, bösartige Fäkalausdrücke – wer kennt noch nicht den Inhalt von DER EXORZIST. Deshalb kann ich getrost darauf verzichten, hier noch mal die Geschichte nachzuerzählen.
Ich gebs offen zu. Ich sah den Film zum ersten Mal im Jahr 2001 als der Director’s Cut rauskam. Angekündigt als „Scariest movie of all time“ und Erzählungen von allen möglichen Leuten, die den Film schon vor 30 Jahren gesehen hatten. In soweit war man natürlich voreingenommen und erwartete auch einiges. Doch wäre es falsch, nachdem, was man mittlerweile alles schon an Horrorfilmen gesehen hatte, den Film nach heutigen Maßstäben zu messen. Schlicht und einfach: Der Film ist 30 Jahre alt, auch wenn er digitalisiert und um 11 Minuten verlängert wurde.
Deshalb muss ich sagen, ist der Film sehr gut. Er ist aber kein reiner Horrorfilm auch wenn es oberflächlich so scheint. Seine angsteinflößende, düstere Atmosphäre macht ihn äußerst spannend und verstörend, Linda Blair als Regan spielt den besessenen Teenager verdammt genial und war nie wieder schauspielerisch so gut. Die neuen Szenen, wie etwa der „Spiderwalk“ machen den Film echt klasse. Doch wie bereits erwähnt daneben sollte man nicht vergessen, dass die ewigen sexuellen Anspielungen der jungen Regan die pubertären Konflikte der damaligen Gesellschaft kritisch darstellt und dass der an Gott zweifelnde junge Priester die Frage nach einer „guten höheren Macht“ aufstellt, die natürlich am Ende bejaht wird.
William Friedkin ist ein mehrschichtiger Horrorfilm gelungen, der nicht nur äußerst spannend und düster ist, sondern auch gesellschaftskritsche Fragen aufwirft. Deshalb von mir ein klares Bekenntnis: 9 von 10 Punkten.