Wenn man heutzutage mal ein "Splatter"- oder "Scream"-Kid fragt, was es vom Film "Der Exorzist" hält, dann hört man meistens: "Na ja, kann schon irgendwie Kult sein, aber ich finde ihn trotzdem, bis auf einige Szenen, recht langweilig!".
Tja, dass haben die heutigen "Horror"-Filme nämlich daraus gemacht!
Schade eigentlich! Denn "Der Exorzist" ist nämlich genau das Gegenteil. Es ist einer der atmosphärischsten und spannendsten Filme, der je gemacht wurde. Und erschreckender als dieser hier, ist absolut kein Film auf der ganzen Welt!
Schon das Buch ist, bis heute, eines der erschreckendsten und spannendsten Werke aller Zeiten. Niemals konnte mich ein Buch derartig verängstigen und fesseln, wie Blattys Roman! Und das obwohl ich sonst kein besonders großer Buchleser bin.
Das sich Blatty dann entschied sein Buch, mit eigenem Geld und eigenem Drehbuch, zu verfilmen, hat sicher erst einmal Unbehagen bei einigen ausgelöst. Doch es war die beste Idee, die je ein Romanautor hatte! Und mit William Friedkin wurde dann auch noch ein Meister des Fachs verpflichtet!
Der Film fängt recht leise und unspektakulär an, um sich dann in den kommen 2 Stunden, langsam aber sicher, zu einer absoluten Bombe aus Atmosphäre und Schrecken zu entwickeln. Der Streifen dreht gekonnt an der Spannungsschraube und zwar stetig nur in die eine Richtung! Nämlich auf volle Pulle. Was da auf uns zukommt, lässt sich am Anfang noch überhaupt nicht erahnen.
Doch nach und nach überrollen uns immer mehr erschreckende Szenen, wie der Spinnengang (im Director's Cut) oder die 360 Grad-Kopfumdrehung von Regan! Zudem schockieren die vielen Kraftausdrücke, mit denen sich Regan (bzw. Der Dämon) ausdrückt. Sätze wie "Fick mich" (und viel, viel derberes) aus dem Mund eines 12 jährigen Mädchens, lassen einem den Kiefer Richtung Erdboden fallen! Und durch den stetigen Verwesungsprozess der Kleinen, möchte man sich manchmal schon fast vor Ekel abwenden.
Das Ganze endet dann mit einer der intensivsten Szenen, die je auf die Leinwand gebracht wurden. Dem Exorzismus. Wenn einem das Herz nicht schon längst stehen geblieben ist, einem die Haare nicht schon längst zu Berge stehen und die Fingernägel nicht schon längst abgeknaubelt sind, dann passiert es hier entgültig. Man möchte schon fast zum Lichtschalter greifen, damit man sich dem Grauen endlich entziehen kann. Doch man kann sich nicht einfach nicht vom Fleck bewegen, so "drin" ist man in dem ganzen Geschehen.
Und selbst wenn alles vorbei ist und einem langsam klar wird, dass man doch "bloß" einen Film gesehen hat, sieht man die nächsten Stunden trotzdem erst mal in jede Ecke und geht lieber nicht ins Bett (Es könnte ja wackeln:-)). Und wenn doch, dann zieht man sich die Decke bis über beide Ohren und kommt frühestens wieder hervor, wenn der Tag anbricht. So intensiv wirkt das Ganze! Vor allem dann, wenn man sich den Film in vollkommener Dunkelheit und bei DD 5.1-Klang sieht!
Fazit: Ein absoluter Meilenstein des Gruselfilms. Perfekte Story, perfekte SFX, perfekte Darsteller und mit einer Titelmusik, die einen sofort wieder, an einen der besten Filme aller Zeiten, zurück erinnern lässt.
Na dann: schöne Träume!
Wertung: 10/10