Der Exorzist ist mit Sicherheit einer der erfolgreichsten Horrorfilme der 70er Jahre und sorgte zu dieser Zeit auch für einigen Wirbel unter Kinogängern und Kritikern.
Zur Story: Die zwölfjährige Regan Mc Neill legt ohne erkennbaren Grund ein zunehmend merkwürdiges, aggressives Verhalten an den Tag und schmeißt mit Schimpfwörtern um sich. Die Ärzte tun alles um ihr zu helfen, können aber die Ursache nicht feststellen. Als die Sache irgendwann immer schlimmer wird, rät einer der Ärzte der inzwischen verzweifelten Mutter schließlich zu einem Exorzismus. Deswegen nimmt diese Kontakt zu einem Pater namens Damien Karras auf. Karras weigert sich jedoch, an die Notwendigkeit einer Teufelsaus-treibung zu glauben, da Exorzismus normalerweise nicht mehr praktiziert wird. Doch irgendwann ist auch er davon überzeugt, daß der Exorzismus notwendig ist. Schließlich führt Karras, zusammen mit dem älteren Priester Merrin, der hinzugezogen wurde, den Exorzismus durch. Gemeinsam versuchen sie das Kind zu retten...
Die Story braucht etwas lange um in Gange zu kommen, für mich ein (wenn auch nicht großer) Kritikpunkt. Parallel erfährt man auch ein wenig über die Lebenskrise und -situation von Pater Karras. Regans Besessenheit geht stufenweise und langsam vonstatten sodaß erst relativ spät, als letzter Ausweg sozusagen, der Exorzismus gewählt wird. So sind wirkliche Schockszenen innerhalb der ersten 45 Minuten noch rar, erst im weiteren Verlauf verwandelt sie sich in eine Art Monster und wird gewalttätig.
Um an dieser Stelle eine Frage vorwegzunehmen: Inwiefern kann der Film eigentlich heutzutage noch wirklich schocken? Sicherlich nicht mehr so stark wie damals, als er rauskam und auch nicht durch Splattereffekte, da der Film keine besitzt. Aber auch die Obszönitäten Regans wirken nicht mehr so schockierend wie damals. Ich denke, der Film kann lediglich auf der Gruselebene noch etwas reißen. Und man muß dem Film zugute halten, daß er nicht nur Obszönitäten präsentiert sondern auch versucht, tiefergehende Ängste anzusprechen. Dies ist z.b. durch die sekundenlang eingeblendete Fratze und durch die Szene, in der Regan mit der Stimme von Karras´ Mutter spricht, recht gut gelungen. Gut, ich glaube, viele halten ihn wohl trotzdem für etwas langweilig, aber wenn man sich auf ihn einlässt und das Alter berücksichtigt, hat der Film bestimmt auch heute noch eine gewisse Wirkung.
Ansonsten gibt es nicht viel zu meckern. Die Schauspieler machen ihre Sache recht gut, vor allem natürlich Linda Blair, die keine unbedingt leichte Rolle zu spielen hatte. Auch die allgemeine Umsetzung des Films, insbesondere die Tumultszenen, ist gut. Die Musik des Films ist auch passend, allerdings einigermaßen dünn gesät.
Die aktuelle DVD von Warner Brothers, die mit ca. 10 Minuten zusätzlichen (vorher nicht veröffentlichten) Szenen aufwartet, ist Fans auf jeden Fall zu Empfehlen. Man sieht wirklich nicht, daß der Film schon so alt ist!
Auf jeden Fall ist der Exorzist ein Horrorfilm, den man gesehen haben sollte und der (trotz der Längen) doch überzeugen kann. 8 Punkte