Aktuell kenne ich 3 Verfilmungen des düsteren SF-Roman ICH BIN LEGENDE.
Während ich mit der actionorientierten Endzeitversion mit Charlton Heston in der Hauptrolle aufgewachsen bin und diese dadurch nostalgisch favorisiere, ist Will Smith in der modernen SFX-Variante zwar eine Action-Granate, aber deutlich auf die Popcorn-Generation des 21. Jahrhunderts zugeschnitten. Beide Verfilmungen sind auf ihre Art und Weise gut und finden ihre Fans.
Komme ich nun zu THE LAST MAN ON EARTH, kann ich nur innerlich applaudieren und geistig meinen Hut ziehen.
Für eine Schwarzweiß-Verfilmung aus dem Jahre 1964 ist der Streifen nicht nur spannend und interessant geraten, sondern auch inhaltlich näher an der Romanvorlage.
Unvergesslich veredelt der klassische Horrorfilmstar Vincent Price diesen Film mit seiner ganz persönlichen Performance. Der hünenhafte Schauspieler, der mit unzähligen Roger Corman-Inszenierungen aus den 1960er-Jahren bekannt wurde, brilliert hier in einer sehr dramatischen One-Man-Show. Sein mitunter emotionales Overacting bei den Dialogen ist schmunzelnd genial. An dieser Stelle möchte ich in Erinnerung rufen, dass Mister Price den Schluss-Monolog auf Michael Jacksons Pophit THRILLER spricht ("Darkness falls across the Land ..").
Zurück zum Film:
Düstere Bilder prägen das Bild. Eine depressive Stimmung lastet in jeder Sequenz. Ein inhaltlich geschickt angeordneter Rückblick erklärt, wie es zu der Endzeitkatastrophe gekommen ist.
Ich kann keinen großen Makel an diesem Movie feststellen - im Gegenteil, denn ich halte THE LAST MAN ON EARTH für dermaßen gelungen, dass es wert ist, ihn wiederzuentdecken.
Und für alle, die denken, dass Romeros Erstling THE NIGHT OF THE LIVING DEAD der Ursprung des modernen Endzeithorror-Kinos ist, werden überrascht sein. THE LAST MAN ON EARTH inspirierte George A. Romero.
9 von 10 Classic Points!