Im Jahr 1965 überflutet eine mysteriöse Seuche die ganze Welt. Nicht nur geht die Menschheit dadurch zu Grunde, auch erwachen kurz darauf die Toten wieder zu neuem Leben und führen ihr Dasein als vampirähnliche Geschöpfe weiter. Der letzte Mensch auf der Welt ist scheinbar Dr. Robert Morgan, welcher aus unbekannten Gründen gegen die Seuche immun ist. Schon drei Jahre lang führt nun Morgan sein Leben als letzter Mensch auf Erden.
Mittlerweile wurde der I am Legend Roman ja bereits schon mehrfach verfilmt, als erste in die Liste durfte sich aber ein kleine Verfilmung eintragen, die für relativ schmales Budget (wenn man es mal mit dem Will Smith Blockbuster vergleicht) in Italien abgekurbelt wurde. Zu schämen braucht sich diese Produktion aber keineswegs. Für die Hauptrolle konnte immerhin mit Vincent Price ein erfahrener Schauspieler gewonnen werden, der hier sogar beinahe ein Soloalbum einspielt, denn beispielsweise ein zweiter Darsteller kommt erst nach 20 Minuten ins Bild. Bis dahin wird recht eindrücklich die Ausgangslage etabliert, die mit wenig rosigen Endzeitbildern geschmückt wird.
Nach dem Niedergang der Menschheit ist Robert Morgan der letzte lebende Vertreter der Spezies, neben einem Haufen Infizierter, die er seit drei Jahren erbarmungslos jagt. Der Tagesablauf hat sich weitgehend automatisiert, wirkt sogar fast wie ein einstudierter Tag im Büro. Die nachtaktiven Vampire (so nennt sie zumindest der Film selber, äußerlich ähneln sie eher handelsüblichen Zombies) werden mit Pflöcken getötet und das eigene Heim mittels Spiegeln und Knoblauchkränzen abgesichert. Morgan selbst bzw. Price gelingt es dabei gut seiner Figur eine innere Zerrissenheit mitzugeben. Frau und Tochter wurden durch die Seuche ebenfalls dahingerafft, die Suche mittels Funk nach anderen Überlebenden bringt jeden Morgen eine neue Enttäuschung und welche Lebensziele soll man sich in solch einer Situation überhaupt noch setzen.
Der Film lebt dabei sehr gut von seiner apokalyptischen Stimmung und gelungenen Charakterzeichnung. Später kommen sogar noch ein Hund, eine Frau und eine Gruppe weiterer infizierter Personen dazu. Allerdings kennt das Werk kaum jemand, ist aber als Public Domain frei Downloadbar. So kommt man wenigstens in den Genuß die sonore Stimme von Herrn Price im Original kennenzulernen (auch wenn sie im Michael Jackson Song Thriller markanter rüberkam). In Sachen Endzeit gehört last man on Earth sich zu den guten Vertretern des Genres.
7/10