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Die italienische Produktionsfirma Necrostorm ist bekannt für Werke mit vielen Gewaltdarstellungen, wie etwa "Adam Chaplin" oder "Hotel Inferno". Regisseur Giulio De Santi, der bisher an allen Werken der Filmschmiede als Regisseur beteiligt war, liefert einen Rachestreifen ab, der in der um sieben Minuten gekürzten Fassung rein gar keinen Anreiz bietet.

Barabba saß sieben Jahre wegen Totschlags im Gefängnis, da er bei einem gefilmten Straßenkampf seinen Gegner erschlug. Nun will er gemeinsam mit seinem Bruder die Drahtzieher der Snuff-Videos ausfindig machen. Zur selben Zeit begibt sich Massimo ebenfalls auf Recherche, denn seine Frau starb beim Dreh eines solchen Videos...

De Santi setzt auf einen unterkühlten Schwarzweiß-Look, bei dem nur sehr selten ein paar Farbaufnahmen am Rande auszumachen sind. Das unterstreicht zwar zunächst die morbide Atmosphäre, doch die leicht körnigen Bilder mit einigen Nahaufnahmen sind auf Dauer ein wenig anstrengend zu verfolgen.
Inhaltlich wirkt das Ganze eher wie ein Experimentalfilm, der zunächst mehrere Handlungsstränge einbindet, wie etwa kurze Urlaubsmitschnitte oder Folterexzesse vergangener Tage. Hinzu ein übergewichtiger Barabba, den man minutenlang halbnackt in seinem Domizil umherlatschen sieht. Nicht schön.

Was ebenfalls nicht schön, jedoch drastisch wäre, bleibt dem deutschen Publikum bislang vorenthalten. Denn alles, was auch nur ansatzweise Gewalt impliziert, ist rigoros geschnitten, wonach geplättete Körper, abgetrennte Köpfe und Einsätze eines langen Messers und einer Motorsäge ausbleiben. Und somit auch jene Höhepunkte, für welches das Label bekannt ist.

Das restliche Filmmaterial ist entsprechend lahm und unspektakulär, denn die Story bleibt eindimensional, die Abläufe wiederholen sich und Spannung kommt bei alledem ohnehin nicht auf. Darstellerisch wird überwiegend Käse abgeliefert und auch der Score, hauptsächlich bestehend aus Klavierspiel, ermüdet bereits nach kurzer Zeit. Einzig die Kamera arbeitet solide, wogegen manche Farbfilter gnadenlos überstrapaziert werden.

Unterm Strich ist "Infidus" in geschnittener Fassung nahezu unsehbar, mit sieben Minuten mehr eine Ermessenssache von Splatterfans, welche sich an drastischen und zumeist handgemachten Gewalteinlagen erfreuen könnten.
In extrem depressiver Stimmung vielleicht ein Highlight, ansonsten nur etwas für Komplettisten, welche vorangegangene Werke von Necrostorm bereits gut fanden.
2,5 von 10

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