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No-name [ Nick Cheung ] tigert mit seinem Onkel Lo [ Wong Jing ] nachts nach Shenzhen, um dort auch mit betrügerischen Aktionen die Leute auszunehmen. Dort treffen sie auch auf den Platzhirsch Tough Ho [ Lung Fong ], die die beiden vor die Wahl stellt: Unter ihm Geld verdienen oder gar nicht. No-name nimmt das Angebot an, möchte er doch auch seiner blinden Freundin Candy [ Hsu Chi ] eine Augenoperation ermöglichen. Als deren spielsüchtiger Vater Chicken [ Hui Siu Hung ] allerdings ihr Sparbuch plündert und damit ausgerechnet auf einer Partie von Tough auftaucht, muss sich Non-name entscheiden, und tut das gegen Tough. Dieser lässt ihn daraufhin zusammengeschlagen, wodurch auch No-name blind wird...

My Name is Nobody ist trotz des englischen Zusatzes God of Gamblers 3 zumindest vom chinesischen Originaltitel her der Nachfolger von All for the Winner [ 1990 ] und The Saint of Gamblers [ 1995 ] , wobei aber keinerlei inhaltliche Verbindungen bestehen. Auch dramaturgisch ging man hierbei einen ganz anderen Weg, im Gegensatz zu den komödiantischen Vorgängern ist der Film ein astreines Drama, was angesichts der Besetzung und auch vom Cover her sicherlich niemand erwartete.
Ähnlich wie zum Beispiel in einigen Teilen des Conman [ 1998 ] wird auch hier die Melodramatik recht gross geschrieben, manchmal stehen die schlimmen Ereignisse anscheinend in Reih und Glied. Humoristische Auflockerung oder gar ein Happy End gibts aber gar nicht, obwohl am Ende hin unnötigerweise ein Goof reingeschrieben wird.

Trotz des Überschwangs an bösen Überraschungen wirkt der Film nicht gleich ganz übertrieben oder zu sehr von Schwermut nach unten gezogen, sondern ist noch soweit nachvollziehbar und handelt seine Punkte auch mit der nötigen Ruhe und Sorgfalt ab, um dafür andere Elemente komplett zu überspringen; so wird zum Beispiel die Beziehung von No-name und Candy betrachtet, wie sie zueinander gekommen sind allerdings weggelassen.
Die verhältnismässig statische Regie Aman Chang's kommt der Geschichte zugute, wenn er allerdings versucht, mit Zeitraffer, Slowmotion und Blur Motion zu hantieren, sieht das alles schon wieder ganz furchtbar aus, passiert zum Glück nicht allzu oft.

Dafür ist ausgerechnet das Casting in bestimmten Punkten nicht nur nicht ansprechend, sondern sogar kontraproduktiv, vor allem die Besetzung Wong Jing's schadet dem Film mehr als ihm guttut; weitere Stereotypen wie z.b schon wieder Lung Fong als Bad Guy, Lee Siu Kei als Triade und Spencer Lam als Priester zeugen von einfallsloser Fehlbesetzung.
Bei Hsu Chi scheiden sich auch die Geister, es gibt aber schlimmere Darstellungen von ihr. Nick Cheung kehrt hiermit zurück zu seinen Wurzeln, hat er nämlich als Drama - Actor bei TVB begonnen, die mittlerweile trotzdem ungewohnte Rolle meistert er auf zurückhaltende Weise ganz passabel.

Ist My Name is Nobody in den meisten Belangen auch recht simpel und naiv gestrickt, so vermag das Bemühen um eine klare, und verständliche Geschichte mit mehr Konzentration auf Gefühle statt auf Effekte doch zu fruchten; als kleiner und angenehm ruhiger Film für nebenbei ist er eigentlich ganz erfreulich.

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