7
Im ersten Augenblick war ich durchaus etwas enttäuscht und kann teilweise die etwas schwächeren Bewertungen verstehen. Man erwartet Action und bekommt ein Drama, eventuell noch ein bisschen Thriller. Insofern muss man den Film fast etwas wirken lassen, sich darauf einlassen und man hat etwas davon. Dann nämlich entwickelt er eine tolle Bandbreite, entwickelt eine durchaus sehenswerte Tiefe.
8
In diesem Film bekommt ein Ex-Soldat einen Job als Bodyguard. Er muss eine Frau beschützen. Dies scheint erstmal ein leichter Job zu sein. Es wäre jedoch kein Film daraus gemacht worden, wenn dies auch so wäre. Also schwimmt immer die latente Gefahr mit, dass da was im Busch ist. Erschwerend kommt beim Bodyguard hinzu, dass er unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, die noch nicht bewältigt / aufgearbeitet wurde. Gerade diese Erfahrung lässt ihn immer wieder Dinge sehen, die eigentlich gar nicht so da sind oder geschehen. Der Film ist durchaus spannend gemacht, hätte für mich aber etwas mehr Action enthalten dürfen.
8
Der Bodyguard ist ein weiteres gutes Beispiel, dass Spannung auch ohne Perma-Action funktioniert und das auch, wenn selbst die Story nicht gerade hyper-kreativ ist. Es muss alles einfach gut durchdacht wirken und wenn die Hauptdarsteller noch glaubwürdig in ihren Rollen agieren, dann passt es. Wirklich gut gelungen hier der Spagat zwischen endlosen Klischees (traumatisierter Soldat wird Bodyguard und soll im Auftrag von reichem Kerl dessen schöne Frau beschützen) und einem dennoch vorhandenen Tiefgang. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die Darsteller diesen klischeehaften Stoff so überhaupt nicht klischeehaft interpretieren und dementsprechend auch nicht routiniert-gelangweilt, sondern mit Emotion und sehr glaubwürdig ihre Rollen interpretieren. In jedem Fall sehenswert.