Alle Besitzer eines Einfamilienhauses sterben eines unnatürlichen Todes. Das Haus scheint etwas damit zu tun zu haben. Ist Besessenheit oder ein Poltergeist im Spiel? Man weiß es nicht und erfährt es auch nicht. Nennen wir die unheilige Kraft, die in dem Haus wütet, einfach mal „Bad Force“. Diese tritt entweder als pinker, pixeliger Neonschatten, als behandschuhter Griffel auf oder als sich wie von Geisterhand bewegende Objekte auf. Nach diversen Vorbesitzern zieht nun Jim in das Haus ein. Jim ist von Beruf Playboy-Macker, trägt grundsätzlich nur bis zum Bauchnabel offene Hemden und ist ein lederhäutiger Spargeltarzan und Solarium-Opfer. Jim macht aus dem Haus eine Playboy-Villa mit vielen halbnackten, dauergewellten 80er-Jahre-Urscheln. Natürlich sorgt die „Bad Force“ bald wieder für Tote und Verletzte. Doch Jim ist gerüstet: Er hat nämlich auch telekinetische Fähigkeiten aufgrund seines Yoga-Trainings…
BOARDING HOUSE (zu Deutsch: Pension) oder BAD FORCE ist ein hyperbilliges Möchtegern-Horrorfilmchen, das auf der Welle von POLTERGEIST und AMITYVILLE reitet. Gefilmt mit einer wackeligen Videokamera, wurde auch des Öfteren auf die vorprogrammierten Bildbearbeitungsspielereien (z.B. Negativ-FX) zurückgegriffen. Erinnerungen an VIOLENT SHIT und TODESSCHWERT DER NINJA kommen auf. Der Plot ist stinklangweilig umgesetzt. Zwar wurde versucht, diesen mittels etlicher schmuddelerotischer Elemente (wie nackte Hupen) aufzuwerten, jedoch vergebens.
Für ein bisschen Gore ist der Streifen gut: Ein Kerl reißt sich im Besessenheitsrausch die eigenen Eingeweide raus Eine Tussi pult sich die Augen aus dem Schädel und lässt sie in den Kartoffelsalat plumpsen, den später natürlich noch jemand auslöffelt. Eine Hand landet im Müllschlucker. Diverse Idioten bringen sich wie ferngesteuert selbst um oder kotzen Blut. Alles tricktechnisch nicht wirklich doll gemacht, dafür aber mit Dilettanten-Scharm ausgestattet.
Der Abschuss ist Obermacker Jim, der wirkt wie David Lee Roth oder Mick Jagger nach dem Verfallsdatum. Aufgrund seines Yoga-Trainings ist er in der Lage Seife schweben und Socken fliegen zu lassen. Der hochkonzentrierte Endkampf mit der im Finale Gestalt angenommenen „Bad Force“ erinnert an Uri Gellers Verstopfungskrämpfe. Der Schauspieler, der den Jim mimt, ist ferner noch in einer anderen, megaüberflüssigen Rolle unterwegs und zwar als Gärtner mit Vietnam-Trauma, der ums Haus schleicht, wie ein Biker gekleidet ist und die Bikini-Mädels mit einer Kettensäge bedroht.
Boarding House: (-)(-)(-)(-)(-)
Boring House: (+)(+)(+)(+)(+)
Fazit:
Das Haus, in dem alle sterben. Passt im Regal super neben TROLL 2, SAMURAI COP und DER TEUFEL TANZT WEITER.
So schlecht, dass man ihn beinahe schon wieder gesehen haben sollte. Beinahe!