Filme über die problematischen Beziehungen zwischen schwarzen und weißen Menschen in den 50er Jahren gibt es viele! Mal heillos kitschig und vollkommen am Thema vorbei, mal treffsicher und kritisch zugleich, gibt es natürlich auch bei diesem Thema viele gute und schlechte Vertreter zu verzeichnen. Der vierfach Oscar-nominierte Film "Dem Himmel so fern" ist dabei eines der guten Beispiele.
Die Geschichte zwischen der weißen, aus einer Bilderbuchfamilie stammenden, Cathy und dem schwarzen Gärtner Raymond ist durchgehend mit einer hohen Glaubwürdigkeit und ohne den geringsten Kitsch geschrieben worden. Das Problem schwarz-weißer Beziehungen in den 50ern wird realistisch durchleuchtet und kritisch portraitiert. Zwischendurch wird auch die Problematik der damaligen Zeit mit der Homosexualität gezeigt, welche aber einen weitaus geringeren Problemwert hatte. Dramaturgisch auf hohem Niveau und mit nur sehr wenigen Längen erzählt, kann die Story durchgehend überzeugen.
Dazu gibt es eine fabelhafte Inszenierung, die sich hinter der Geschichte nicht zu verstecken braucht. Alles wurde mit viel Liebe zum Detail erstellt und erweckt die tristen Seiten des Jahrzehnts auf wundervolle Weise wieder zum Leben. Egal ob es nun die prächtigen Kostüme sind, die wunderbare Ausstattung, der tolle Score oder die fabelhaften, immens glaubwürdigen Kulissen. Man hat sich einfach bei allem sichtlich Mühe gegeben und kann für eine gute Atmosphäre sorgen.
Ein großes Lob gebührt zudem auch den Darstellern die allesamt eine wirklich großartige Arbeit ablegen. Julian Moore beweist nach "The Hours" einmal mehr, dass sie Mutterrollen aus früheren Jahren perfekt und glaubwürdig dem Zuschauer rüberbringen kann. Dennis Quaid überzeugt als anfänglich perfekter aber danach immer brüchiger werdender Familienvater und Dennis Haysbert, bekannt als US-Präsident aus der Top-Serie "24", spielt wieder einmal so glaubwürdig wie man es nur selten sieht. Ein ganz großartiges Schauspielerensemble!
Die einzige Tatsache die man kritisieren könnte, wenn überhaupt, sind einige arg schwülstige Dialoge, die vor allem zum Anfang des Films etwas häufig auftreten. Manchmal wird es mit der (angeblichen) heile Welt-Masche, die sich in einigen Dialogen wiederspiegelt, doch etwas übertrieben. Aber das bessert sich glücklicherweise recht schnell.
Fazit: Gefühlvolles, glaubwürdiges und vor allem großartig inszeniertes und gespieltes Melodram, über die Probleme zwischen schwarz und weiß in den 50er Jahren. Eine gute Story, verknüpft mit einer großartigen Ausstattung und Oscar-reifen Darstellern, bringen einem die traurigen Seiten des Jahrzehnts auf aufrüttelnde und realistische Art und Weise rüber. Ohne die übertrieben stelzigen Dialoge, zu Beginn des Films, wäre eine Höchstnote 100% sicher gewesen!
Wertung: 8,5/10