Manchmal ticken die Herrschaften von "The Asylum" etwas merkwürdig, denn es erschließt sich nicht so recht, aus welchem Grund der britische Romanklassiker von Emily Brontë einer Frischzellenkur unterzogen wurde. Im Horrorbereich ist Regisseur Anthony DiBlasi zwar kein schlechter, doch Autorin Delondra Williams scheiterte bereits mit ihrem Screenplay zu "Bound" gnadenlos, was DiBlasi im vorliegenden Fall nur bedingt kaschieren kann.
Malibu, im Land der Schönen und Reichen: Cathy Earnshaw leidet noch immer unter dem Suizid ihrer Mutter, während sich ihr Bruder Lee in Drogen und Alkohol flüchtet und ihr Dad (James Caan) schlichtweg abblockt.
Als Heath, der Sohn einer deportierten Familie in die Familie aufgenommen wird, verliebt sich Cathy Hals über Kopf in den jungen Mann, den sie noch aus Kindheitstagen kennt.
Sie ahnt jedoch noch nicht, wie der Typ mittlerweile in Wirklichkeit tickt...
Zwar wurde "Sturmhöhe" bereits einige Male verfilmt, doch so wirklich überzeugend ist noch keine Adaption ausgefallen, was eventuell der Beweggrund der Billigschmiede war, eine moderne Variante herauszubringen, - zumal alle hip sind und das schwarze Schaf aufgrund seiner Tattoos sofort auffällt und skaten kann er auch ein wenig: böse, ganz böse sogar.
Klischees geben sich hier wahrlich die Klinke in die Hand, einschließlich der ehemals besten Freundin (immerhin wird hier die Figur Lockwood erwähnt, ohne dass diese in Erscheinung tritt). Zwei Außenseiter raufen sich zusammen und erleben eine geile Zeit, indem sie gegen alles und jeden rebellieren, versnobte Kids gehen shoppen und feiern Pool-Partys, während Sanktionen durch die Schule irgendwo zwischen pädagogischen Müll und überzogener Nächstenliebe schwanken. Indes hat der böse Wicht zwar die Haare schön, doch Adrenalin fördernde Maßnahmen gehen von ihm nur allzu selten aus.
In der Summe erscheint das Geschehen nicht wirklich ereignislos, denn die Eckpunkte werden rasch und inszenatorisch solide abgearbeitet, darstellerisch ist wenig anzukreiden (obgleich die Schulbankdrücker allesamt viel zu alt sind) und auch der Score müht sich um Abwechslung. Doch wenn modern, dann bitte richtig und mit aller Konsequenz und einem tobenden Wut-Hering (gerne auch high) und nicht so ein belangloses Strandtreiben wie im letzten Drittel, welches leider irgendwie an "Die Blaue Lagune" erinnert.
Spannende Einlagen bilden ergo Mangelware, dramaturgisch verläuft alles in vorhersehbaren Bahnen und zuweilen dürften lediglich Trashfans Gefallen an den teils schwülstigen Dialogen finden. Emily Brontë muss sich deswegen jedoch nicht im Grab herumdrehen, - zwischen Dekadenz und Abenteuer, etwas nackter Haut und keinem Blutvergießen, ein wenig Kitsch und halbwegs greifbaren Figuren wurde diesbezüglich schon Schlimmeres abgesondert, wenn auch nicht viel...
Knapp
4 von 10