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Autor und Regisseur Travis Bain steuert mit seinem Debüt einen Beitrag zum Yowie bei, dem australischen Pendant zu Bigfoot, welcher den Legenden der Aborigines entstammt. Wahrscheinlich wollte er ein wenig Retro erscheinen, indem er einem Typen ein Fellkostüm überstreifte und demgegenüber auf den Einsatz von Computerbildern verzichtete, Ray Harryhausen beim Abspann dankend erwähnt und auf einen dramatisch klingenden Score setzt. Könnte man eine spannende Geschichte erzählen, würde das sogar funktionieren.

Die Arbeitskollegen Jack und Kent befinden sich im Outback, wo sie auf der Suche nach dem Gold eines berüchtigten Diebes schon bald fündig werden. Schließlich versucht Kent, den Fund für sich zu behalten, während sich Jack einer Rangerin anschließt. Derweil taucht ein zotteliges Vieh auf und bereitet Scherereien...

Das Ergebnis ist leider nicht in Ansätzen so unterhaltsam, wie die Prämisse vermuten lässt, zumal die Billigproduktion, bis auf ein paar nette Landschaftsaufnahmen, jegliche Schauwerte vermissen lässt. Das Kostüm des Affenmenschen sieht nach Theaterfundus aus und das Gesicht ist so schlicht gestaltet, dass Bain es nur einmal kurz aus der Bewegung heraus einfängt und ansonsten vermeidet, eine Fratze zu zeigen, wodurch die Bedrohung natürlich gegen Null tendiert.

Die Figurenzeichnungen sind vage, die Mimen performen bis auf Vernon Wells in einer kleinen Nebenrolle auffallend schlecht und die wenigen Dialoge muten durch die Bank plump an. Wäre zu verkraften, wenn denn irgendwann ein wenig Spannung aufkäme, doch darin liegt das größte Manko des Streifens.
Bain fehlt das Gespür für Dramaturgie komplett und so dümpelt der Stoff über weite Teile ereignislos vor sich hin und auch die Streitigkeiten zwischen den Goldsuchern bringen lediglich einige albern inszenierte Schusswechsel und simple Raufereien mit sich. Von expliziten Blutvergießen ganz zu schweigen, denn diesbezüglich bilden ein abgetrennter Kopf aus der Distanz und ein Ast im Oberschenkel das Derbste.

Die vorherrschende Ideenlosigkeit zieht sich bis zum Finale, doch auch hier will sich kein Mitfiebern einstellen, da die Kamera häufig neben der Spur ist und knallharte Konfrontationen gemieden werden. Man merkt in nahezu jeder Einstellung, dass hier ein blutiger Anfänger tätig war, dem Erfahrungswerte in sämtlichen Bereichen, einschließlich bewusster Auflockerungen fehlen.

Insofern ist der Streifen allenfalls unablässigen Verehren von Bigfoot zu empfehlen, doch auch diese werden mit zahlreichen Werken ähnlich gelagerter Art weitaus besser bedient.
Sparsame Ausstattung, kaum Temposzenen und eine Bedrohung, die in ihrer unscheinbaren Art noch nicht einmal unfreiwillig komisch ist.
Knapp
3 von 10

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