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Sämtliche preiswert produzierte Filmchen, die auch nur ansatzweise etwas Übernatürliches beinhalten und größtenteils Found Footage liefern, hat ein deutscher Vertrieb in den letzten Jahren in die Reihe der "Paranormal Investigations" aufgenommen. "Preston Castle" klingt auf dem Papier solide und lässt dem Cover zufolge ein böses dämonisches Treiben vermuten, doch austauschbarer hätte das Regiedebüt eines gewissen Martin Rosenberg kaum ausfallen können.

Liz isoliert sich nach einer frischen Trennung ein wenig, doch ihrer besten Freundin Ashley gelingt es, sie zu einem kleinen Ausflug zu animieren, an dem auch ihr Ex Danny teilnimmt.
Die drei suchen das sagenumwobene "Preston Castle" auf, ein verwaistes Jugendgefängnis, in dem es in der Vergangenheit zu einigen mysteriösen Todesfällen gekommen sein soll.
Als sich Liz und Danny wieder näher kommen, Ashley jedoch spurlos verschwindet, ist guter Rat teuer...

Die Vorgeschichte wird ein wenig bruchstückhaft angerissen: Den eingeblendeten Schwarzweißfotos haftet zwar eine düstere Aura an, doch die Ereignisse in der Vollzugsanstalt von 1950 sind auffallend lieblos und oberflächlich in Szene gesetzt und erst später wird mithilfe einiger Erzählungen urbaner Legenden deutlich, was sich seinerzeit dort zugetragen haben soll. Somit verdeutlichen bereits die ersten Minuten, dass die Inszenierung nicht sonderlich aufwendig ist und auch das Drehbuch offenbart nach und nach eklatante Defizite.

Indes kommen die drei Figuren kaum sympathisch daher, zumal die Dreierkonstellation noch nicht einmal für erwähnenswerte Reibungspunkte sorgt. Die einfältigen Dialoge mitsamt der lieblosen Synchro kann man darüber hinaus vergessen, lediglich das Interieur der verlassenen Räumlichkeiten schürt mithilfe der gelungenen Sounduntermalung ein wenig Atmosphäre.
Doch auch in Sachen Scares liefert der Stoff schlicht zu wenig: Mal ist bei Sichtung des Handy-Videos ein Schatten im Hintergrund erkennbar, dann taucht eine Fratze in der Ecke auf und zuletzt werden die Figuren von einer unsichtbaren Macht bewegt.
Darüber hinaus gibt es nur sehr wenige Gewalteinlagen, welche alles andere als blutig oder gar explizit ausfallen.

Die Kamera wechselt zwischen konventioneller Perspektive, Blick durch die Handkamera und Selfie-Video vom Handy, was optisch noch erträglich ist, gleiches gilt für die darstellerischen Leistungen. Der Schnitt geht in Ordnung, das Timing im letzten Drittel gestaltet sich als fast brauchbar, obgleich zu keiner Zeit mitreißende Spannung aufkommt.
Denn derart gelagerte, minimalistisch aufgezogene Spukgeschichten ohne Innovation haben sich bereits totgelaufen und obgleich "Preston Castle" letztlich "nur" ein Debüt" ist, - bezüglich des Drehbuches hätte man sich zumindest ein wenig mehr einfallen lassen müssen.
3 von 10

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